Das Karolingische Reich.
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andern Kosten zu vergrößern, nicht beendigt, und während äußere Feinde,Slaven, Normannen, Araber, drängten, während die Normannen nichtbloß Einfälle machten, sondern sich an vielen Stellen im Lande festsetztenund Sommer und Winter hindurch bis in die innersten Gebiete hineindie Einwohner quälten, ergriff man jede Gelegenheit, den Besitz, zudessen Vertheidigung die Kräfte nicht hinreichten, zu mehren. In demam wenigsten gefahrvollen Zustande befand sich das ostfränkische Reich.Es hatte den kräftigsten König, und die Kämpfe mit den Slaven wurdenum Sicherheit der Grenzen und Erweiterung des Gebietes geführt,während in den andern Neichen Normannen und Araber innerhalb desLandes wütheten. Nur ein kleiner Theil der ostfränkischen Grenze warden Angriffen der Normannen und, wie dieses Volk auf der an Deutsch-land stoßenden Halbinsel heißt, der Dänen ansgesetzt. Auch hier ent-wickelte sich der friedliche Kampf der Bekehrung gleichzeitig mit demKampfe der Waffen. Schon unter Ludwig dem Frommen war, nachdemeiner von vielen kleinen dänischen Fürsten, Harald Klak, gegen anderebei dem Kaiser im Jahre 814 Zuflucht gesucht und in Mainz die Taufeempfangen hatte, als Ausgangspunkt für die Bekehrung des Nordensdas Erzbisthum Hamburg im Lande der überelbischen Sachsen gestiftetworden, und der heilige Ansgarius, der in Schweden das Werk derBekehrung betrieben, hatte nach seiner Rückkehr diesen Sitz eingenommen.Doch war der Erfolg gegen die Dänen gering. Unter feindlichen Ver-heerungen von der See und vom Lande her ging das neue Erzbisthumzu Gründe und wurde im Jahre 848 dadurch ersetzt, daß Bremen zumErzbisthum erhoben wurde und aus dem Metropolitauverbande von Kölnaustrat. Zum Eingreifen in die Angelegenheiten des westfränkischcnReiches war Ludwig durch das immer noch dauernde Widerstreben Aqui-taniens veranlaßt. Nachdem er im Jahre 854 seinen Sohn Ludwigdahin gesandt, erschien er im Jahre 858 selbst, und es fielen ihm alleVasallen Karls mit Ausnahme der burgundischen zu. Doch die Treueder Verräther war kurz und das Unternehmen endete mit schmählicherFlucht. Die meisten Verwicklungen ergaben sich durch die Vorgänge imReiche Lothars. Lothar war im Jahre 855 in das Kloster Prüm in derDiöcese Trier gegangen. Seiner Anordnung gemäß theilte sich seinReich so, daß der älteste, Ludwig, der schon seit 850 Kaiser und Mit-regent gewesen, Italien, der jüngste, Karl, das Land zwischen den West-alpen und der ganzen untern Rhone, Provincia in erweitertem Sinnegenannt, der mittlere, Lothar, den größeren nördlichen Theil der außer-italischen Länder erhielt. Karl, der sich nur mühsam gegen Lothar be-hauptet hatte, starb im Jahre 863, und sein Gebiet wurde zwischen seinenBrüdern getheilt. Lothar erfüllte die christliche Welt mit Aergerniß durchVerstoßung seiner Gemahlin Thietberga und unrechtmäßige Verbindung
Kiesel, Weltgeschichte. II. ^<1