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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das Karolingische Reich.

von Lugdunum aus den Kampf fortzusctzen. Doch während die Brüdergegen ihn einen neuen Feldzug unternahmen, ließ er durch Gesandte,die ihnen in Virodunum begegneten, einen Vergleich anbietcn, indem ersich mit dem dritten Theilc der Länder, die nach Abzug von Italien,Aquitanien und Basoarien übrig blieben, begnügen wollte. Die Brüderbewilligten ihm sogleich ein mittleres Gebiet, dessen ungefähre GrenzenMaas, Saouc, Rhone einerseits und der Rhein anderseits sein sollten.Gegenseitiges Mißtrauen bei den Herrschern und Mangel an Kcuntnißdeö Reiches bei ihren Bevollmächtigten ließen eS auf mehreren Versamm-lungen zu keinem Ergebniß kommen, bis im Jahre 843 zu Virodunumdie Theilung festgcstellt wurde. Nach derselben erhielt Lothar auch außer-halb jener Grenzen noch das Land zwischen der Schelde und der unterenMaas, ganz Friesland bis zur Mündung der Weser und einen schmalenStreifen Landes am rechten Ufer der untern Rhone, während er aufder linken Seite des Nhcineö die Gaue von Mainz, Speier und Worms,damit die drei gleichnamigen, zum größeren Theile auf der rechten Seiteliegenden Bisthümcr nicht zerrissen würden, an Ludwig abtrat. DieGrenze zwischen Lothars und Ludwigs Neichen ging ferner von Baselaus nach Südosten, so daß das Thal der Neuß zu Ludwigs Antheil ge-hörte, zum Qucllgcbict dieses Flusses, und lief dann ostwärts so, daßdie aus dem Neußthale und dem Rheinthale nach Italien führendenAlpcnpässe Ludwig gehörten, und das Etschthal von der Südwendungdes Flusses an zu Italien gerechnet wurde. So waren drei Reiche ausdem Reiche Karls des Großen geworden. Das osifränkische Reich kannman, da es bloß deutsche Stämme umfaßte, das deutsche Reich nennen,und wenn Ludwig auch der König der Germanen genannt wird, so istdiese Beziehung auf den römischen Sprachgebrauch, nach welchem Ger-manien erst am Rheine begann, eine noch genauere Bezeichnung. Daswestfräukischc Reich war vorzugsweise ein romanisches Reich, indem esaußer Aquitanien und einem Theile von Burgund, die rein romanischwaren, noch ungefähr das alte Neustrien, wo wenigstens der Sprachenach die Franken allmälig zu Romanen wurden, umfaßte. Es führtennach seinem Könige die Bewohner den Namen Karolinger, und dasReich, da sich hier die fränkische Macht begründet hatte, den NamenFrancien. Das mittelfränkische Reich hatte die am wenigsten natur-gemäße Zusammensetzung. Außer Italien, das durch seine besonderenVerhältnisse und seine natürliche Absonderung seiner eigenen Entwicklungüberlassen blieb, begriff es in sich einen gallisch-romanischen und einendeutschen Theil, den größten Theil von Burgund und Auftrasicn in demälteren, engeren Sinne, nebst Friesland. Es gab daher auch für das-selbe keine auf frühere Verhältnisse gegründete Bezeichnung.

14. Noch waren die Versuche der Fürsten, sich einer auf des