Das Karolingische Reich.
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Entscheidung der Sache sollte im nächsten Herbst zu Nimwegen erfolgen,doch da sich stier viele ostfränkische und sächsische Große, die dem Kaiser-ergeben waren, cinfanden, auch sein dritter Sostn Ludwig den Plänender Brüder entgegcntrat, mußten die beiden andern Söstnc sich unter-werfen und den Vater wieder als Kaiser anerkennen. Bald wiederholtesich daS Spiel. Da die Leidenschaften einmal angcfacht waren, lehntenPipin und Ludwig sich von Neuem auf. Ludwig ward, nachdem er inKarls Gebiet eingefallen, im Jahre 832 bis an den Lech zurückgctriebenund unterwarf sich. Aquitanien suchte der Kaiser fetzt auch mit einemHeere heim, sprach dasselbe unter Entsetzung Pipins seinem jüngstenSohne zu, konnte aber seiner Anordnung keinen Nachdruck verschaffen.Im folgenden Jahre kam eine Verbindung der drei Brüder zu Stande,welche zu dem im Jahre 830 verfehlten Ziele führte. Der Kaiser be-gegnete mit Heereömacht seinen Söhnen im Elsaß zwischen Straßburgund Basel. Papst Gregor IV., der, um zu vermitteln, über die Alpengekommen war, wurde im Lager der Söhne durch Lothar aufgehalten,der seine Gegenwart benutzte, um seiner Sache einen günstigen Scheinzu geben und die Anhänger des Vaters schwankend zu machen. Ver-lassen von den Seinigen, deren Untreue jener Gegend den NamenLügenfeld gab, gerietst der Kaiser in der Söhne Gefangenschaft. Jetztwurde er von seiner Gemahlin und seinem Sohne Karl getrennt, ineinem Kloster zu Suessiones in Gewahrsam gehalten, auf einer Neichö-versammlung zu Compendium abgesetzt und zu einer Kirchenbußegeuöthigt. Lothar war der schlechteste von den Söhnen, indem er sichdurch harte Behandlung des Vaters entehrte. Nachdem Ludwig, derbeste unter den Söhnen, sich vergebens für ihn bemüht, gewann er Pi-pin, und beide gebrauchten Gewalt, befreiten den Kaiser aus LotharsHänden, gaben ihm im Jahre 834 zu Paris» die kaiserliche Würde wie-der und beschränkten Lothar auf die Negierung Italiens. Der innereKrieg erneuerte sich aber durch die fortgesetzten Bemühungen des Kai-sers, seinem jüngsten, besonders geliebten Sohne eine sichere Stellunggegen seine Brüder zu verschaffen. Waren früher den Söhnen einzelneTheile des Reiches, die sie unter dem Vater regieren sollten, angewiesenworden, so wurde im Jahre 836 zu Worms zu einer förmlichen Ver-theiluug des gesammten Reiches unter dieselben geschritten. WährendLothar mit Italien abgefundcn blieb, wurde alles übrige Land in dreiTheile getheilt, von denen Karl den mittleren, Pipin den westlichen,Ludwig den östlichen erhielt. Die Grenze des Mittelreiches lief vommittelländischen Meere über die Wasserscheide in den Alpen bis zurQuelle des Lech, folgte diesem Flusse bis zur Mündung, zog sich nachdem untern Neckar, daun den Rhein hinab bis Conflucntes oder Kob-lenz, die Mosel hinauf bis Trcviri, ging hierauf westwärts bis zur