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Das Karolingische Reich.
Mündung der Arona, dann südwärts über den oberen Lauf der Sequananach dem Qucllgebiete deS Liger und folgte weiter dem Kamme deöSevennengcbirges bis zu den Pyrenäen, so daß auch die spanische Marknoch mit eingeschlossen wurde. Das östliche und das westliche Reich be- lrührten sich im Norden des mittleren am Südrande des Ardennengebir-ges. Doch diese Theilung wurde im Jahre 837 zu Aachen verändert, >da der Kaiser, nachdem er Lothar nicht zum Schutze Karls hatte ge-winnen können, die Länge der Grenze ihrer beiderseitigen Reiche vermin-dern wollte und daher Karls Reich im Süden zu Gunsten der beiden an-dern Nachbarn verengte und im Norden auf deren Kosten erweiterte. DieWillkühr, mit der hierbei verfahren wurde, und die merkbare Absicht des ^
Kaisers, Alles zum Vortheile Karls zu gestalten, brachten die Söhne !
Lothar und Ludwig einander näher. Dies bewog den Kaiser, im Jahre838 seinen Sohn Ludwig, der sich seit der ersten Theilung nicht mehr
König von Bajoarien, sondern König von Ostfranken genannt hatte, !
wieder auf Bajoarien einzuschränken, und Karl, der nun herangewachsenwar, wurde auf einer Versammlung zu Carisiacum an der Hisa wehr-haft gemacht und, was bei Pipin und Ludwig nicht geschehen war, ge- !
krönt. Es wurde darauf gerechnet, daß Karl mit der auf Kosten Ludwigs >
vergrößerten Macht und mit Pipins Hülfe sich gegen seine beiden andernBrüder sollte behaupten können. Diesen Plan vereitelte jedoch der in demsel- i
ben Jahre erfolgte Tod Pipins. Die Folge war eine vierte Theilung auf >
der Versammlung zu Worms, bei welcher für Karl auf Lothars Schutzgegen Ludwig gerechnet wurde. Alles Land außer Italien wurde nachAbzug des für Ludwig verbleibenden Bajoariens in zwei Theile getheiltdurch eine Linie, welche der Maas von ihrer Mündung bis zu ihrerQuelle und der Rhone bis zum lemanischen See, darauf der Wasser-scheide der Weftalpen bis zum Meere folgte. Von diesen beiden Theilenerhielt Karl den westlichen, Lothar den östlichen. Dagegen sträubtensich aber nicht nur die Aquitanier, die einen von Pipins hinterlassenenSöhnen als König anerkannten, sondern auch Ludwig, der sich von denostfränkischen Gebieten nichts entziehen lassen wollte. Ein Heereszug,durch den der Kaiser die Aquitanier zwingen wollte, erreichte seinen ,
Zweck nicht. Ludwig dagegen war Anfangs, weil die oftfränkischen Völ- >
ker außer Bajoarien ihn verließen, mit seinen Angriffen nicht glücklich.
Als er im Jahre 840 zum zweiten Male die Waffen ergriff, starb derVater, der ihm entgegen gezogen war und ihn schon nach Bajoarienzurückgetrieben hatte, auf einer Rheininscl bei Ingelheim.
13. Der innere Zwist hörte nicht auf, und es begann ein Bruder-krieg, welcher nach der unter dem Vater immer gestiegenen Gährungendlich eine Absonderung der Völker bewirkte. Doch waren mit dieserAbsonderung die Folgen der inneren Verwirrung nicht aufgehoben. Der