Das Karolingische Reich.
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die ihm gezollte Achtung, die von chm cingesichrte Ordnung betrachtet,die Zeiten nach ihm als Zeiten des Verfalls und der Zerstörung. Dochgerade diese Zeiten machen es offenbar, wieviel er der Welt geleistet.Denn wenn ungeachtet einer von Innen und von Außen wirkendenAuflösung doch auf dem von ihm gelegten Grunde sich in der Folge eingeordnetes Staatswesen entwickelt, so muß man anuehmen, daß ohneihn diese Auflösung zu einer Vernichtung geworden wäre. Das ist dieNachwirkung einer einsichtigen und kräftigen Thätigkeit, daß da, wo siegewaltet hat, auch Stürme nicht Alles vernichten, sondern unter Trüm-mern noch Manches lebendig bleibt, um sich später zu entfalten. Gegendas Ende von Karls Negierung fehlte es nicht an Zeichen, daß derregellose Zustand, in den die Welt durch die Völkerwanderung versetztworden, noch nicht ganz beendigt sei, sich vielmehr theilweise erneuere.Die Araber in Afrika und Spanien fingen an, eine Seemacht zu schaffenund die Küsten des fränkischen Reiches räuberisch heimzusnchen. In demnördlichen Europa, ans der dänischen Halbinsel, in Skandinavien undauf den benachbarten Inseln, wo ein den Germanen verwandtes, imweiteren Sinne des Wortes zu den Germanen gerechnetes Volk wohnte,entwickelten sich Verhältnisse, welche den im eigentlichen Germanien zurZeit der alten Imperatoren bestehenden ähnlich waren und überdas fränkische Reich eine Bedrängniß brachten, wie das römische sie vonseinen Germanen erfahren hatte. Als Seefahrer fanden diese nordischenGermanen, Normannen genannt, bald den Weg in alle blferlandschaftendes fränkischen Reiches, selbst in die Gegenden der niedern Rhone.Tief in das Land hinein auf den Flüssen mit leichten Fahrzeugen vor-dringend, verbreiteten sie Mord und Brand, schleppten Menschen undHabe fort. Auch an der slavischen Grenze konnten unruhige Bewegun-gen nicht fehlen. Dazu kam, daß im Innern des Reiches sich eineNeigung der Theile zeigte, sich von einander zu lösen. Diese Lösungkonnte nicht, ohne große Leiden für das Ganze mit sich zu bringen,geschehen. Der Gegensatz der Nationalitäten fand seinen Ausdruck,und das Mittel der Trennung an zwiespältigen Bestrebungen der Herr-scher, und ihre Zwiste erfüllten das Reich mit Krieg und schleuderten seineBewohner in einen Zustand, der längst vergangen schien, zurück.
11. Dadurch, daß von den drei Söhnen, die Karl aus der Ehemit Hildegard hatte, Karl und Pipin vor ihm starben, war die miteiner Reichstheilung verbundene Gefahr, die schon zwei Mal vorübergcgan-gen war, zum dritten Mal entfernt. Es waren für Pipin und Ludwigdie von ihnen schon verwalteten Neichstheile mit der Erweiterung be-stimmt, daß Pipin auch noch den südlichen Theil von Deutschland bisan den nach Westen gerichteten Theil des Rheinlanfes und an die Do-nau, Ludwig noch den südlichen und größten Theil von Burgund erhalten