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Das Karolingische Reich.
Grafen hat, findet er sich oft auch Dur genannt, welcher Name deutschdurch Herzog wiedergegeben wird. Unter ihm standen auch die Ansied-ler in den dem Feinde schon abgewonnenen und mit festen Plätzen ver-sehenen Theilen des feindlichen Gebietes, sowie die Häupter bereitsunterworfener Stämme der Nachbarn. Es war also eine unbestimmteGrenze, durch welche die Marken sich von dem benachbarten fremdenGebiete schieden, und es gehörte zur Sicherung der Reichsgrenze, daßsie unter der Wirksamkeit der Markgrafen sich allmälig weiter hinaus-schob. Eine solche Mark hatte das Reich im Westen gegen die immer-noch unzuverlässigen Bretonen. Noch wichtiger aber war die ganzeEinrichtung an der von dem adriatischen Meere bis zur dänischen Halb-insel hingestreckten Ostgrenze, wo seit der Unterwerfung der Sachsenund der Vernichtung des avarischen Reiches die Menge der gegen Dänenund Slaven unternommenen Feldzüge große Streifen fremden Landesin eine theilweise Abhängigkeit gebracht hatten. Diese Markgrafschaftensind nicht allein die Schutzwehr der Cultur gegen das uneivilisirte östlicheEuropa, sondern sie bilden auch deren Vorhut, während dieselbe aufihrem Gange von Westen nach Osten, wie sie von Gallien ans nachDeutschland gekommen, von Deutschland aus in die slavische Welt vor-dringt. Im Südosten des Reiches befanden sich die friaulische Markund die Ostmark, die gleich den Metropolitansprengeln von Aquilejaund Salzburg durch die Drau geschieden wurden. An die Ostmarkreihte sich nordwärts eine böhmische Mark. Hier waren die Bevölke-rungsverhältnisse und daher auch die Einrichtung der Mark sehr unbe-stimmt. Einerseits war slavische Bevölkerung auf der Westseite desböhmischen Waldgebirges bis an den oberen Main und die Nednitz vor-gedrungen, und anderseits deutet es ans eine Abhängigkeit der Tschechen,die nach ihrem Lande, dem alten Wohnplatz der Bojen, auch Böhmenheißen, daß bei Eröffnung des avarischen Krieges ein aus Sachsen kom-mendes Heer durch ihr Land zieht. Nördlich an die böhmische Markstieß die sorbische Mark. Die Einrichtung von Marken an der mittlerenund unteren Elbe hat sich erst in den späteren Zeiten fcstgestcllt. Gegendie Dänen aber wurde noch unter Karl nach vielfachen Kämpfen, dieer gegen sie geführt, eine Mark eingerichtet, deren Nordgrenze derFluß Eider bildete, und die nicht das fränkische Gebiet in das feindlicheLand hinein allmälig erweiterte, weil von dänischer Seite eine ähnlicheEinrichtung zur Grenzvertheidigung bestand.
10. Nach dem, was Karl gegründet, gebührt ihm, wenn irgendeinem Fürsten, der Name des Großen, den ihm die Nachwelt beigelegt.Es hat auch wirklich, was er gegründet, zur Grundlage für die Ent-wicklung späterer Verhältnisse gedient. Freilich erscheinen, wenn mandie Sache äußerlich auffaßt, wenn man den Umfang seines Reiches,