Das Karolingische Reich.
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Gebiet wieder abgewonncn, sondern cs waren Gebiete, die das römischeReich ihm nie hatte streitig machen können, dazu erobert. Der Vollenderdieser Eroberungen hat aber das Schwert überall im Dienste der höchstenMacht, deren Geltung die allein sichere Gewähr wahrer Cultur ist,des Christenthums, geführt. An Weser, Elbe und Donau hat er dasHeidenthnm besiegt, am Jberus den Islam bekämpft, in Italien daSReich, das als ein Nest der Uebcrgangszeit der Ausübung kirchlicherRegiernngsgewalt hinderlich zu werden droht, aus dem Wege geräumt.Er hat für das Chriftenthum erobert, wie dieses, indem es die wildenVölker zähmt, für ihn erobert. So ist daS neue Reich wesentlich einchristliches Reich, und auf seinen Beherrscher gehen die Verpflichtungenüber, welche die christlichen Imperatoren des alten römischen Reichesder Kirche gegenüber erfüllt haben.
6. Dieses Verhältnis' fand seinen Ausdruck in einer förmlichenErneuerung des weströmischen Kaiserthums, vermöge deren Karl zu demnach langer gewaltsamen Unterbrechung erschienenen Nachfolger der altenImperatoren und Auguste erklärt wurde, aber zu einem Nachfolger,dem die inzwischen durch das Christenthum bewirkten Veränderungenneue Rechte und Pflichten zutheilten. Die Veranlassung dazu ergabsich aus einer Störung der Ordnung in Nom. Da die Erhebung derPäpste, wie die der Bischöfe, bisher, wo nicht die weltliche Gewalt sichdie Ernennung anmaßte, durch Wahl des Klerus und des Volkes ge-schehen war, konnte cs nicht ausbleiben, daß seit der Bildung einerweltlichen Herrschaft deS Papstes seine Würde ein Gegenstand ehrsüch-tiger und habgieriger Bestrebungen wurde. Schon vor Stephan Hl.hatte den päpstlichen Stuhl ein durch seine Angehörigen mit Gewalt er-hobener Eindringling, Constantius II., besessen. Aehnliche Bestrebungenbrachten unter Leo III., der im Jahre 795 auf Hadrianus gefolgt war,einen anarchischen Zustand hervor, gegen den der Papst bei Karl Ab-hülfe suchen mußte. Auf einer Neichsversammlung zu Paderbrunua im
Jahre 799 empfing dieser ihn und sendete Bischöfe und Grafen zur
Untersuchung nach Rom. Bald darauf erschien Karl selbst in Nom,und da man vor ihm den Papst mehrerer Verbrechen zieh, suchten Kö-nig und Papst Entscheidung bei einer Versammlung von Bischöfen undweltlichen Großen. Da aber die Geistlichkeit ein Gericht über denPapst als ihr nicht zustehend ablchnte, reinigte sich der Papst durch
einen Eid. Darauf erschien am Weihnachtötage des Jahres 800, der
zugleich der erste Tag dieses JahrcS war, als Karl in der Kirche desheiligen Petrus betete, der Papst mit einer goldenen Krone, die er auf des-sen Haupt setzte, während das Volk denselben mit lautem Zurufe als Augu-stus und von Gott gekrönten Imperator begrüßte. Jetzt empfing derneue Kaiser die Salbung und versprach, als höchster weltlicher Herrscher