Das Karolingische Reich.
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her, so daß in der den Widerstand erschwerenden Gegend viele Franken,unter ihnen der später viel besungene Roland, Graf der bretonischcnGrenze, kläglichen Tod fanden. Diesen Vcrrath büßte Herzog Lupusmit dem Strange. Das neu eroberte Land ward mit Aquitanien undSeptimanicn vereinigt, und diese Länder alle als besonderes KönigreichKarls erst im Jahre 778 geborenem dritten Sohne Ludwig bestimmt,für den, so lange er minderjährig blieb, eigens bestellte Grafen in To-losa die Regierung führten. Unter dieser Negierung ging zwar baldCäsaraugufta an Abderrahman verloren, aber dafür wurden Barcinound Tortosa gewonnen, und die fränkische Herrschaft befestigte sich nurso mehr, als nicht bloß septimanische Gothen, sondern auch Christen ausder Halbinsel, die sich der Herrschaft der Moslemcn zu entziehen such-ten, sich in dein eroberten Gebiete niederließen und durch neuen Anbaudem durch lange Kriege verödeten Lande eine neue Blüthe verliehen.
4. Der Vernichtung des longobardischen Reiches mußte auch derSturz des durch gleichen Vorthcil mit demselben gegen Karl verbundenenHerzogs der Bajoaren folgen. Zur Entscheidung kam die Sache jedocherst nach Karls viertem Aufenthalt in Italien. Denn mit der Unter-werfung des beneventischen Herzogs ging für Thassilo die letzte Hoffnungeiner Erhebung Italiens, die auch ihm hätte nützlich sein können, zuGrunde. Sein Land war jetzt an drei Seiten von unmittelbar fränki-schem Gebiet umgeben. Dagegen hatte sich Thassilo's Herrschaft nachSüdoften dadurch erweitert, daß die slavischcn Karantanen am oberenLauf der Flüsse Mur, Drau und Sau, deren Befreiung von den Avarener unterstützt hatte, unter seine Hoheit getreten waren. Die unbestimmteStellung Thassilo's zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit drängtezur Entscheidung, und als nach Karls Rückkehr aus Italien Thassiloim Jahre 787 auf einer nach Worms berufenen Neichsversammlungnicht erschien, ward der Krieg gegen ihn beschlossen. Karl rückte gegenden Lech in der Gegend der altrömischen Stadt Augufta oder Augsburgvor, während ein zweites fränkisches Heer von Norden gegen die Donauvordrang, und Pipin ein drittes aus Italien die Athesis oder Etsch her-auf führte. Thassilo hatte die Avaren zu Hülfe gerufen, ergab sich aber,da sie nicht erschienen, dem Gegner und erhielt, da er den Lehenseid lei-stete, sein Herzogthum als ein gewöhnliches Lehen zurück. Doch warder bald verdächtig, bei Bewegungen, die sich in Italien und bei denAvaren zeigten, und die der oftrömische Hof begünstigte, betheiligt zusein, und ward im Jahre 788 auf eine Versammlung zu Ingelheim beiMoguntiacum oder Mainz beschicken. Hier wurde er von den versam-melten Großen zum Tode verurtheilt, erhielt aber das Leben von derGnade des Königs und wurde als Mönch eingekleidet, um seine Tagein einem Kloster zu beschließen. Das Land hörte auf, ein selbstständiges
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