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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das Karolingische Reich.

rung seiner Verfassung zu erleiden, mittelst eines den Herzogen abgc-nommencn Eides der Treue dem Frankenreiche angeschlossen, so daß derFrankenkönig Karl nun auch als König der Longobarden galt. Jenseitsaber behauptete sich das ausgedehnte Herzogthum Beneventnm unab-hängig. Die nördlichen Herzoge mochten jedoch bald die fränkische Herr-schaft als die stärkere unbequemer denn die ihrer früheren Könige finden.Auf Betreiben des Adelchis bildete sich eine Verbindung, die bei seinemErscheinen in Italien sich gegen die Franken erheben sollte. Durch denPapst gewarnt, kam Karl zuvor, erschien nach seinem zweiten sächsischenFeldzuge in Italien, vernichtete den Herzog Rotgaud von Forum Juliioder Friaul, und sicherte für die Folge den Besitz des Landes durchZerschlagung der Herzogthümer in Grafschaften, Einlegung fränkischerBesatzungen in die empörten Städte und Einführung des fränkischenLehenswesens, des fränkischen Heerbanns und der fränkischen Gerichte.Bei einer dritten Anwesenheit im Jahre 780 setzte er seinen zweitenSohn Pipin, nachdem der Papst denselben gekrönt, zu seinem Stellver-treter in Italien ein und traf Vorkehrungen gegen den Sklavenhandel,welchen der Staat von Venetien mit den afrikanischen Moslemen trieb.Weitere Ausdehnung der Herrschaft wurde aber nicht erreicht. Einvierter Aufenthalt im Jahre 786 führte zwar zu einer Huldigung, dieder Herzog Arichis von Benevent in Capua leistete; aber ungeachtetderselbe zwei Söhne als Geiseln gegeben hatte, suchte er durch Anschließenan den oströmischen Hof eine gesicherte Stellung gegen den neuen Be-herrscher Italiens zu erhalten.

3. In Spanien hatte die Begründung des Emirates oder Kalifatesvon Corduba manchen Statthaltern die Selbstständigkeit, die sie währendder vorhergegangenen Verwirrung gehabt, geschmälert. Aus solchemGrunde erschien ein Statthalter von Cäsaraugufta vor dem Franken-könig, als er im Jahre 777 das Maifeld zu Paderbrunna hielt, mitdem Anerbieten, ihm die Hoheit über seinen Bezirk zu überlassen, wenner ihn von dem neuen Herrn der Halbinsel befreie. Im Jahre 778rückte Karl mit zwei Heeren über Vaskonien und Septimanien in Spa-nien ein, eroberte, nachdem beide vor Cäsaraugusta zusammengetroffenwaren, diese Stadt, übertrug den arabischen Großen, die sich ihm unter-worfen, die Statthalterschaften in dem eroberten Theil der diesseits desJberus gelegenen Gegend, mußte aber auf die Nachricht von neuen Be-wegungen der Sachsen das Land verlassen, wo er dem Christenthumdas verlorene Gebiet wieder zu erobern begonnen hatte. Auf dem Rück-wege erlitt er einen Unfall, dessen vergrößernde Kunde die Sachsen inihren Angriffen so sehr ermuthigte, daß sie zum Angriffe auf das Reichübergingen und bis an den Rhein vordrangen. Die Basken fielen beiKarls Durchzug durch ihr Land plündernd über die Nachhut seines Heeres