Das Karolingische Reich.
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mid für ihr Land die fränkischen Einrichtungen erhalten, wodurch jedochin Bezug auf das Recht das einheimische Herkommen seine Geltungnicht verlor. Nur bei den übcrclbischen Sachsen begründete sich diefränkische Macht erst in der Folge. Das Reich grenzte seitdem nach Nord-osten an Slaven und Dänen. Im Sachscnlande übte nun die Kircheihre Thätigkeit unter dem Schutze des Siegers. Acht Bislhümer warenschon im Laufe des Krieges gestiftet, Mimigartcnfurt oder Münster undOsnabrück bei den Westphalen, Padcrbrunna und Minden bei den Eu-gene, Bremen bei den nördlichen Engern und den östlichen Friesen,Hildeshcim und Verden bei den Ostphalen, Hälbcrstadt in dem sächsischenAnthcil Thüringens. Eine Pflanzschnle des Klerus aber, wie es imsüdlichen und mittleren Deutschland St. Gallen und Fulda waren,wurde für das nördliche das Kloster Corbcja in dem Bisthum Padcr-brnnna, das von dem gleichnamigen Kloster an der Somvna seine erstenAnsiedler erhielt.
2. Während der sächsischen Kriege ging auch in Italien die Ent-wicklung und Ausbildung des von Pipin Begonnenen von Statten. DerSturz des longobardischen Reiches war durch dessen Stellung gegen denrömischen Stuhl und durch das Zcrwürfniß seines, letzten Königes mitdem Frankcnkönige vorbereitet. Desidcrius verlangte von Papst Ha-drianus, daß er seine Enkel, Karlmanns und Gerberga's Söhne, zu fränki-schen Königen salbe, und da dieser sich weigerte, erneuerten sich gegenihn die longobardischen Feindseligkeiten. Karl war durch die von seinemVater ererbte Würde des Patriciates, die von dem Papste verliehenwar, zum Beschützer der Kirche und ihres Obcrhirten berufen. ImJahre 773 zog er von Geneva aus auf zwei Straßen, der des Cenisiusund der des Jupitersberges, welcher in der Folge den Namen des großenBernhardsberges erhielt, über die Alpen, und da in dem longobardischenReiche dem Könige eine Partei des Nachis und der dem Papste erge-bene Theil der Bevölkerung entgegenstanden, war im folgenden Jahreschon das Reich vernichtet. Desiderius, der ebenso wenig Papia, alssein Sohn Adclchis Verona, hatte halten können, wurde mit seiner Frauüber die Alpen gebracht, um in dem neustrischen Corbeja zu leben, wäh-rend sein Sohn Adelchis, der über Pisa nach Constantinopel entkommenwar, dort Versuche machte, Hülfe zur Wiederaufrichtung des Reicheszu gewinnen. Die von Pipin dem Papste gemachte Schenkung wurdeerneuert und das weltliche Gebiet des römischen Stuhles vermehrte sichdurch das Herzogthum Spoletum, dessen Bewohner sich dem Papste er-geben hatten, und das nun nebst dem ehemaligen Herzogthuine Perusta dieam östlichen und westlichen Meere gelegenen Theile des neuen Staatesmiteinander verband. Was nördlich von diesem Staate lag, wurde un-ter dem Namen des longobardischen Reiches und, ohne eine Verände-
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