Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen.
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viele hcrvorgebracht, schickten aus dem Lande der Angelsachsen ihre Send-linge, bestimmt, in stiller Zurückgezogenheit an der Pflege des eben erst in derAnpflanzung begriffenen Christenthums Theil zu nehmen. Im Jahre 731erhielt Bonifacius, auch jetzt noch nicht auf einen bestimmten Bischofsitz an-gewiesen, von dem Papste das Pallium, das Zeichen der erzbischöflichenWürde, und vollendete seine kirchlichen Einrichtungen durch Gründungvon zwei Bisthümern, Büraburg für das Chattenland und Erfurt fürdas nördliche Thüringen. Es blieb für Bonifacius noch eine dritteSendung übrig, die sich auf das gesammte Deutschland bezog und derRegelung der dortigen Kirchenverhältnisse galt. Das Walten Karlsschlug der Kirche tiefe Wunden. Dem Siege über die Moslemen folgteein vielfaches Ansiedeln austrafischer Dienstmannen im westlichen Reiche,wobei die Kirche durch Aufdringen unwürdiger Bischöfe litt. Zu gleicherZeit erhoben sich in Bajoarien Irrlehren und riß unter den GeistlichenSittenloflgkeit ein. Im Jahre 738 erhielt Bonifacius zu Nom den Auf-trag, die kirchliche Einrichtung des gesammten Deutschlands zu vollendenund die Kirchenzucht, wo sie gelitten hatte, herzustellen. Dadurch warihm ein Primat für Deutschland übertragen, vermöge dessen alle deutschenBiöthümer, die er noch zu errichten hatte, ihm untergeben sein sollten.Es wurden nicht allein für einzelne Theile Deutschlands Synoden ge-halten, in welchen die Anwesenden unverbrüchliche Treue gegen die kirch-lichen Satzungen und Ueberlieferungen gelobten, auch im gallischen Theildes Frankenlandes fanden unter Zuthun Pipins Synoden statt, die dengleichen Zweck hatten. Das Ergebniß der äußeren Anordnungen war dieErgänzung der bischöflichen Sprengel. Das Bajoarenland erhielt dievier Bisthümer Negcnsburg, Passau, Freifingen und Salzburg. Fürden nordwestlichen Theil Bajoariens, der eine aus Bajoaren, Suevenund Franken gemischte Bevölkerung hatte und erst in der Folge ganzbajoarisch wurde, entstand das Bisthum Eichstädt. Alles deutsche Landzwischen Bajoarien und dem Bisthum Erfurt, das ehemalige zu beidenSeiten des Mains gelegene thüringische Land, auf das sich durch frän-kische Ansiedelungen der Name Franken zu übertragen anfing, bildete dasBisthum Würzburg. Außer diesen neuen Bisthümern hatte Deutschlandnoch eine Anzahl solcher, die in den Stürmen der Völkerwanderung,obgleich ihre Sprengel geschmälert oder vernichtet wurden, nicht nnter-gegangen waren und sich jetzt zu neuer Wirksamkeit erhoben. In Bajoa-rien bestand noch das im Süden des Hauptkammes der Alpen gelegeneBisthum Sabiona, das auch in der alten Unterordnung unter den Me-tropoliten von Aquileja verblieb. Am Rhein hinab und sämmtlich zudessen beiden Seiten sich ausdehnend, lagen die Biöthümer Chur, Con-stantia, Basel, Argentoratum oder Straßburg, Speier, Worms, Mogun-tiacum, Treviri, Colonia, von denen die vier ersten alemannischem, die