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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen.

Gelehrsamkeit, begab er sich zur Zeit, als Wilibrord in Friesland wirkte,dorthin, um sich zu dem Werke der Hcidenbekehrnng vorzubereiten. Alsaber Ratbods Erhebung nach Pipins Tode die dort begonnene Arbeitstörte, kehrte er nach England zurück und erschien im Jahre 719 vorPapst Gregor II. in Nom, um sich Erlaubniß und Anweisung zu ferne-ren Bekchrungsversnchen zu erbitten. Der nächste Schauplatz seinerThätigkcit war Friesland, und als er von da aus demüthigcr Scheuvor dem bischöflichen Amte, das Wilibrord ihm übertragen wollte, eineandere Gegend aufsuchte, kam er in das Land der Chatten. Ein neuerAufenthalt in Nom im Jahre 723, wo er dem Papste von dem Ge-schehenen Rechenschaft ablegtc, bezeichnet den Anfang eines zweiten Zeit-raumes seiner Thätigkeit. Der Papst ertheilte ihm zur Bezeichnungseiner Verdienste den Namen Bonifacius und ernannte ihn zum Bischöfeder deutschen Völker, ohne ihm einen bestimmten Sitz anzuweisen. Erleistete den Eid, über die Reinheit der Lehre wachen und den Gehorsamgegen den römischen Stuhl bewahren zu wollen. Bei der ersten großenEroberung, die von der Kirche außerhalb der Grenzen des ehemaligenrömischen Reiches gemacht ward, mußte der Grundsatz zur Geltung ge-bracht werden, daß die nationalen Verhältnisse der Neubekehrten keiner-lei Ausnahme in kirchlicher Lehre und kirchlichem Leben jemals rechtfer-tigen könnten. Im römischen Reiche hatte sich das Christenthum ver-breitet, als dessen Bewohner durch geistige Bildung zu treuer Auffassungder Lehre und zu treuer Hingebung an die kirchliche Ordnung schon be-fähigt waren. Auf der tieferen Bildungsstufe, auf welcher die Germa-nen damals standen, lag die Gefahr einer Abweichung viel näher, undes fehlte zur Zeit noch für die Regierung der Kirche an der Unter-stützung, welche im römischen Reiche die weltliche Gewalt geleistet hatte.Es war durch die päpstliche Vorsorge und durch die Treue, mit welcherBonifacius ihr entsprach, im Voraus schon der Wahn verworfen, alsob das Christenthuul und die zu seiner Erhaltung und Verbreitung ge-stiftete Kirche sich nach nationalen Neigungen und Forderungen verschiedengestalten dürfe. Mit Briefen des Papstes begab sich Bonifacius zu demfränkischen Machthaber und erhielt von diesem Briefe an alle Beamtedes Reiches, damit er auf seinem Wege Frieden, Gerechtigkeit undSicherheit fände. Von Neuem wandte er sich dem Lande der Chattenzu. Hier fällte er bei Geismar die Eiche des Donnergottes Thor undschlug damit die Zuversicht der Götzendiener nieder. Doch diesem augen-blicklichen Siege mußte eine lange Reihe von Bemühungen noch folgen.Die angelsächsischen Klöster sandten neue Mitarbeiter. Anfiedlungen vonMönchen versorgten das Land mit unermüdlichen Bildnern der neu-bekehrten, wie der noch unbckchrten Bewohner dieses Landes. AuchFrauenklöfter, deren das Christenthum seit Anbeginn des Klofterlebens