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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das fränkische Reich unter Karl dem Großen. 151

Jahrhunderts. Der Irländer Columbanus lebte zur Zeit, da Vrunhil-deus Enkel Australien und Burgund beherrschte, in dem von ihm gestif-teten Kloster Lurovium in den Vogesen als dessen erster Abt. Da ihnder Tadel, mit welchem er Theodorichs II. Lebenswandel angriff, vonbicr vertrieb, begann er die Bekehrung der Alemannen in der Gegenddes Bodensees. Als er über die Alpen in's Land der Longobardenwanderte und dort das Kloster Bobium an der Trebia gründete, wardder heilige Gallus, gleichfalls ein Irländer, in Alemannien der Fortsetzcrseines Werkes. Die Wohnplätze der Glanbensboten wurden die Grund-lage von Klöstern, aus denen die Brüder ausgingen, die Pflanzung zuergänzen und zu Pflegen. Rings herum lichteten sich die Dickichte, dasLand ward urbar, und unter der säuftigendcu Arbeit des Ackerbauskeimte ein milderer, für die christliche Lehre empfänglicher Sinn. Soward das Kloster des heiligen Gallus ein geistiger Mittelpunkt für das Landder Alemannen. Zur Zeit Pipins von Heristal wirkte im südlichenThüringen der Irländer Kilian, der gleich vielen andern Glaubcns-boten ein Opfer des Eifers wurde, mit welchem heidnische Völker dieersten Boten des Christcnthums, namentlich, wenn sie ihnen Vorbotenfremder Herrschaft schienen, als Feinde verfolgen. In Baiern undFricsland, dem südöstlichsten und dem nordwestlichsten der deutschenLänder, hatten schon vordem, dort der Franke Emmeram, hier der Bi-schof Wilfried von Eboracum, das Christenthum gepredigt. Der ZeitPipins gehört die Wirksamkeit der Heiligen Rupertus, eines Franken,in Baiern, und Wilibrord, eines Angelsachsen, in Friesland, au, vondenen der erste in Juvavia, dem späteren Salzburg, eine Kirche stiftete,der letztere von Papst Conon zum Bischof der Friesen eingesetzt wurdeund seinen Wohnsitz an der Stelle der späteren Stadt Trajectum erhielt.Versuche, die von Gefährten des Wilibrord bei den Sachsen gemachtwurden, mißlangen zwar, aber dieses Mißlingen führte den heiligen Sui-bertus in die ebenfalls noch heidnischen fränkischen Striche an der rechtenSeite des Niederrheins.

14. So groß auch die Verdienste dieser Männer und ihrer Ge-nossen und Schüler waren, ist es doch einer, der die deutsche Kirche be-gründete, und dem vorzugsweise der Name des Apostels der Deutschengebührt, der Angelsachse Winfried. Seine Wirksamkeit fällt in die Zeitdes großen Major Domus Karl, durch den Austrasier über romanischeFranken und über Ostgermauen, Christen über Moslemen und Heiden siegen,und in die Zeit der beiden großen Päpste Gregor II. und Gregor III.,welche, während sie die Kirche gegen die Despotie des Kaisers und dieWill-kühr des Longobardenkönigs schützen und wahren und im Osten ein Schismasich vorbereiten sehen, alle Kräfte anspannen, um die Eroberungen derKirche im Norden zu leiten und zu sichern. Hochgeehrt wegen seiner