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Das fränkische Reich unter Karl dein Großen.
hcrkommenden, meistens nicht einmal im fränkischen Reiche einheimischenBoten des Glaubens, die unermüdlich in das Dunkel der Wälder undder Felsenthälcr drangen, um den Bewohnern das Licht des Evange-liums anzuzünden. Der Verbreitung der Lehre folgte die Gründungder Einrichtungen, welche für das Leben der Bekehrten die Wahrheitdes Heils fruchtbar machen, welche als fortdauernde Erziehungsanstaltendie Menschen umfassen sollten. Indem so die Kirche sich über die Län-der verbreitete, verwandelte sich das Aussehen des Landes und dasThun der Menschen, daß die Herrscher mit der vorgegangenen Verände-rung zugleich der Ursache, aus der sie hervorgegangen war, innc wur-den und die Förderung geistlicher Angelegenheiten, wie sie für ihreZwecke ersprießlich war, auch als Pflicht auzusehen lernten. Es fingim Reiche der Franken eine Macht zu walten an, die ihren oberstenVertreter zu Rom hatte. Die Entfernung, aus welcher die fränkischenMachthaber der Bekehrung der Germanen zugesehcn, hatte den Vor-theil, daß die Glaubcnsbotcn ungestört ihre neuen Pflanzungen unterden Schutz und die Leitung des obersten Hirten der Kirche stellen konnten.Dadurch blieb die Gefahr fern, daß beim Beginn schon in das WerkKeime des Verderbens gelegt worden wären, und die regelmäßige Unter-ordnung unter die oberste geistliche Gewalt, deren alle kirchlichen Grün-dungen, um ihres Zweckes nicht zu verfehlen, bedürfen, ließ gleichsamin der Stille, ohne daß die im fränkischen Reiche der Kirche nicht immerförderliche Staatsgewalt sich einmischte, die Pflanzungen zu Festigkeitund Stärke gedeihen. So befestigten die neuen fränkischen Länder durchihren Anschluß an die Kirche das Band zwischen dem gesammten Reicheund dem Mittelpunkt der Kirche, das durch die Verhältnisse des Reichesnur hatte lockerer werden können. So bereitete sich ein den Völkernheilsames Verhältnis; der höchsten weltlichen Gewalt des Abendlandeszu der höchsten geistlichen Gewalt vor, zu dessen Gestaltung äußere Er-eignisse entscheidenden Anlaß boten.
13. Die Bekehrer der Germanen kamen ans Irland und aus demLande der Angelsachsen. Zn dem Schauplatze ihrer Wirksamkeit gehörtenauch diejenigen von Alemannen und Bajoaren besetzten Gegenden, welcheeinst dem römischen Reiche angehört hatten. Diese Völker hatten, mitAusnahme kleiner rhätischen Striche, der oberen Nheinthäler und desInnthals, römisches Leben und römische Sprache vernichtet, und ebensowar das Christenthum von ihnen gewichen. Wenn der heilige SeverinuS,ein Pannonier, zur Zeit Odoacers in Rhätien und Noricum für denGlauben streitet, so gilt sein Kampf der Rettung dessen, was der An-drang der Barbaren zu überfluten droht. Die neuen Pflanzungen, mitwelchen die Kirche nicht bloß neues Gebiet zu erobern, sondern auchVerlorenes wieder zu gewinnen hatte, begannen mit Anfang des siebenten