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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen. 147

ein so abweichendes nationales Gepräge, daß die natürlichen Bedingun-gen der Selbstständigkeit vorhanden waren. Das Eindringen der Bas-ken vermehrte ebenso sehr die Eigenthümlichkeiten, wodurch cs sich vondem übrigen Frankenland schied, als ihm dadurch eine neue kriegerischeKraft zuwuchs. Eine Zeitlang hielten die aquitanischcn Herzoge denAndrang der spanischen Araber auf und ihrem Widerstande ist es zuzu-schreiben, daß weniger Aquitanien als Burgund von deren Streifzügenheimgesucht wurde. Da der aquitanischc Herzog den Feind seiner Selbst-ständigkeit in den austrasischen Majordomen sehen mußte, stand Eudoauf der Seite des westlichen Reiches in dessen Kampfe gegen den au-strasischcn Majordomus Karl, der sich durch dessen Siege bei Vinciacumunweit Camaracum im Jahre 717 und im Gebiet der Suessionen imJahre 719 entschied. Aus demselben Grunde suchte sein Sohn Hunolddie Herzoge der Alemannen und Bajoarcn, als im Jahre 742 Karlmannund Pipin dieselben zu unterwerfen bemüht waren, durch Vordringenüber den Liger zu unterstützen. In den germanischen Ländern wurdemit großer Anstrengung der nationale Widerstand gebrochen. Am ent-schiedensten müssen sich die Bajoaren entfremdet haben, da bei der Thei-luug des Reiches, welche Karl für seine Söhne Karlmann und Pipinanordnete, als Antheil des elfteren Austrasien, Alemannien und Thürin-gen ohne Bajoarien, wie als Antheil deS letzteren Neustrien und Bur-gund ohne Aquitanien genannt werden. Das alemannische Herzogthum,in welchem, wie in dem später» Schwaben, der westrheinische Theil desalemannischen Gebietes, das Elsaß, nicht mitbegriffen war, wurde imJahre 746 nach Karlmanns und Pipins Siegen über den HerzogTheutbald aufgelöst, und das alemannische Kricgsvolk hatte seitdem, mitdem fränkischen vereinigt, dem Aufgebote zu folgen. Ebenso warschon vorher eine Herzogswürde, die sich in Thüringen nach seinerUnterwerfung gebildet hatte, erloschen. In Bajoarien wurde nach Be-siegung der Alemannen zwar neue Anerkennung der fränkischen Hoheitbewirkt, doch das Herzogthum nicht aufgehoben. Die Erledigung derbajoarischen Angelegenheit ist verflochten in die Geschichte des Grifo.Dieser stammte aus der zweiten Ehe, welche Karl nach einem Feldzugegegen Bajoarien mit der Tochter eines dortigen Herzogs geschlossenhatte. Als Grifo, der sich mit den ihm bestimmten Gütern nicht begnü-gen wollte, sich gegen seine Stiefbrüder empörte, wurde Chiltrude, dieaus Karls erster Ehe stammte, von ihrer bajoarischen Stiefmutter mitdein damaligen bajoarischen Fürsten Odilo vermählt, damit derselbe fürGrifo gewonnen würde. Der Krieg zog sich in die Länge dadurch, daßnach Siegen, die Karlmann und Pipin schon über die Bajoaren erfoch-ten hatten, in Alemannien Theutbalds Sohn Landfried einen Versuch zurHerstellung des Herzogthums machte und dem Grifo neue Hülfe leistete, der

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