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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen.

blieb in seinem Hause. Sein Nachfolger wurde, obgleich er selbst seinen-und Plektrudens Enkel, Grimoalds Sohn Theodebald, dazu bestimmthatte, sein Sohn Karl von der früheren Gemahlin Alpais, der sich ge-gen die in Cöln wohnende Plektrude behaupten und die väterliche Würdein zehnjährigem Kampfe gegen einzelne abtrünnige Theile des Reicheserobern mußte. Unbestrittener ging im Jahre 741 die Würde von ihmauf seine Söhne Karlmann und Min über, die nur gegen einen un-ruhigen Stiefbruder Grifo sich zu wehren hatten, und von denen Karl-mann durch Eintritt in das Kloster bei Casinum dem Bruder die Herr-schaft allein überließ.

11. Der Uebergang der Hcrrschergewalt auf die Nachkommen Ar-nulfs ist begleitet von einer Reihe von Versuchen, ans einzelnen Reichs-theilen unabhängige Staaten zu bilden. Die Anschließnng der übrigendeutschen Völker an die Franken war in Zeiten erfolgt, wo der frän-kische Staat selbst viel zu wenig anSgebildet war, um durch Einrichtungeiner regelmäßigen Verwaltung in den abhängigen Ländern seine Herr-schaft für deren Bewohner fühlbar zu machen. Je mehr aber der frän-kische Staat seine eignen Verhältnisse regelte, desto unbequemer wurdeseine Hoheit den unterworfenen Völkern. Die hieraus hervorgehendeNeigung, das Band des Zusammenhanges zu lockern oder zu lösen,mußte bei der steigenden Macht der austrasischen Majordome wachsen,da die Unterordnung unter einen Beamten unerträglicher war, als dieAnerkennung des Königs, und da die kräftigeren Hände, welche dieZügel der Negierung führten, die Bildung eines unbestimmten Mittcl-znstandes, ein Einschleichen der Unabhängigkeit ohne thatsächlicheö Los-reißen, nicht gestatteten. Die Herzoge, welche als Oberhäupter vonVölkern dastanden, konnten sich nicht gleich jenen Herzogen, welche könig-liche Beamte im Frankenlande waren, unter die Befehle des fränki-schen Major Domus fügen. So war also die Reihe von Kämpfen,mittelst deren Arnulfs Nachkommen ihre Macht begründeten, eine dop-pelte, indem sie gegenüber den Majordomen von Neustrien und Burgunddie Einheit des Reiches herzustellen und gegenüber den Herzogen derrein germanischen Völker das Reich in seinem bisherigen Umfange zuerhalten hatten. Beiderlei Bemühungen waren, wenn sie nach demSinne der Leiter auf den eigenen Vortheil zielten, doch auch dem ge-summten Abendlande heilsam, weil nur durch sie das fränkische Reichdie Fähigkeit erhielt, seine Sendung zu erfüllen. Ein gleiches Verhält-nis wie für die germanischen Herzoge, war für den aquitanischen vor-handen. Seit Dagobert I. seinem Bruder Charibert dieses Land abge-treten, war dasselbe in einer gewissen Unabhängigkeit verblieben, undeine Reihe erblicher Herzoge, die in Tolosa wohnten, leitete ihre Abkunftvon Charibert her. Es hatte dieses ehemals westgothische Land schon