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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen.

lichen Frankengcbicte und den romanischen Landen, der Grenze derFriesen in dem Mündungslande des Rheines und der Grenze der Ost-gothen in den Alpen ungefähr gleich nahe war. Erschien so der erst-geborene Sohn Chlodwigs durch Uebertragung des germanischen Landesbevorzugt, so war er cs auch hinsichtlich der Ausdehnung seines Antheilö.Die drei andern Brüder, Söhne Chlotildcns, besaßen zusammen nichteinmal das ganze romanische Gebiet. Von Aquitanien waren Theodo-rich noch die östlichen und südlichen Theile, die er im westgothischenKriege erobert hatte, verblieben. Es gehörte also den drei Brüdernaußer dem Reste Aquitaniens nur das Land von dem unteren Ligcr biszu der Grenze von Thcodorichs Gebiet, die von Norden her großen-teils dem Laufe der Schelde folgte und die Flüsse Aroua und Matronaunterhalb der Mitte ihres Laufes überschritt. Ihre Königssitze warenso gewählt, daß sie unter sich und der Stadt Mettis möglichst nahe la-gen. Es wohnte Chlodemir zu Aureliauum, Childebcrt zu Paris» undChlotar in der Stadt der Suessioucn. Ein vielfaches Verschlingen derGebietstheilc war bei dieser neuen Einrichtung unvermeidlich gewesen,da auf die Abmarkung die Gefolgschaften, wie sie sich den einzelnenFürsten angcschlossen, von Einfluß waren. Die beiden so gesondertenNeichstheile, von denen der eine vorherrschend germanisch, der andere vor-herrschend romanisch war, bildeten den schon vorhandenen Gegensatz nunnoch um so bestimmter aus, und es wurden in der Folge für sie dieNamen Auftrien und Neustrien oder Austrasien und Neustrasien gebräuch-lich. Es zerfiel aber Ncuftrien wieder in zwei durch den Liger ge-schiedene Theile, von denen in der Regel nur der nördliche unter Neu-strien verstanden wird. Während in dem nördlichen Theile ein großerEinfluß der deutschen Bevölkerung sich geltend machte, fand deutsche Sitteim Süden des Liger keinen Eingang. Ebenso fest gegründet, als süd-wärts des Liger der romanische Charakter, war in Austrasien der ger-manische, der schon zu Cäsars Zeit hier geherrscht hatte und durch dielang dauernde fränkische Einwanderung immer mehr gegen römischenEinfluß geschützt worden war. Nur am Laufe der Maas hinab zog sichgleich einer Landzunge eine Gegend romanisch redender Bevölkerung,und daß an den Grenzen Auftrasiens die, wenn auch durch germanischeEinflüsse umgewandelte, doch romanisch redende neuftrische Bevölkerungüberwiegenden Einfluß ausübte, zeigt sich an dem in der Folge gesche-henen Zurücktreten der Sprachgrenze nach der deutschen Seite.

4. Das austrasische Reich, in welchem auf Theodorich sein SohnTheodebert und sein Enkel Theodebald folgten, erweiterte sich bald inGermanien hinein. Im thüringischen Reiche gab ein Streit, den dreiBrüder um die Herrschaft führten, den fränkischen Fürsten Gelegenheitzu einer Einmischung, durch welche die Herrschaft vorbereitet wurde.