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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen. 137

Es zeigt sich dabei noch ein gemeinschaftliches Handeln der Brüder.Chlotar drang von dem fränkischen Alemannien in die südlich vom Maingelegenen thüringischen Gebiete ein, und einige Jahre nachher endeteTheodorich im Jahre 530 den Krieg in den Gegenden an der Unstrut.Im Laufe der Unterhandlungen, die nun begannen, kam König Jrmen-fried in's fränkische Land und fand, wahrscheinlich nicht zufällig, Plötz-lichen Tod zu Tolbiacum. Die fränkische Herrschaft setzte sich im mittle-ren Germanien fest, während sie nicht hindern konnte, daß die Sachsendie schon im Laufe des Krieges besetzten nördlichen Gebiete des thürin-gischen Reiches behielten. Zu bedeutenden ferneren Fortschritten ver-half der Sturz des ostgothischen Reiches. Dieses mußte in seiner Be-drängniß aller jenseits der Alpen ausgeübten Hoheit entsagen. Dieitalischen Heerfahrten, die erst Theodcbert, dann unter Theodebald Leu-tharis und Bucelinus unternahmen, zeugen dafür, daß nunmehr sämmt-liche Alemannen unter fränkischer Hoheit standen. War bisher für diegermanischen Völker, die zwischen dem fränkischen und ostgothischen Reichewohnten, die Freiheit von dem einen nur durch Ergebung an das an-dere zu behaupten gewesen, so fielen sie, da sie bei den Ostgothen Schutzgesucht, jetzt den Franken anheim. Dieses Loos traf auch die Bajoaren,die an der Donau, zumeist auf der Südseite vom Lech ostwärts durchdie alte Provinz Noricum verbreitet wohnten. Auf romanischem Bodenerfuhr ebenfalls das Reich eine Erweiterung und sie kam dem neustri-schen Theile zu Gute, wie die germanischen Erwerbungen dem austrasi-schen. Burgund, das noch immer wie eine unfehlbare Beute für dieFranken dalag, schien sich durch die Wirren, in die sich Siegmund ge-stürzt, der Erfüllung seines Schicksals zu nähern. Siegmund wurdevon den drei neustrischen Fürsten im Jahre 523 mit Krieg überzogen,fiel in ihre Gefangenschaft und wurde in Aurelianum in einen Brunnengeworfen. Sein Bruder Godemar behauptete sich noch, und Chlodemirfand in einer Schlacht bei Vienna den Tod im Jahre 524, aber imJahre 533 wurde ganz Burgund fränkisch, und beim Ausbruch des Krie-ges in Italien kam, was in Gallien ostgothisch gewesen war, noch hinzu.Die Franken hatten nun von Westen und von Norden die Wege überdie Alpen in ihrer Gewalt und nahmen schon dadurch eine Stellungein, welche die Entscheidung in den Angelegenheiten des westlichen Eu-ropas ihnen überließ. Nur gegen die Westgothen wollte die Gewin-nung des Nestes von Gallien nicht gelingen. Ein Krieg, der von Childe-bert gegen Amalarich, den Gemahl Chlotildenö, der Schwester der neu-strischen Fürsten, geführt wurde, brachte ungeachtet anfänglicher ErfolgeSeptimanien nicht in fränkische Gewalt. Das neu erworbene Gebietblieb übrigens hinsichtlich des in ihm geltenden Rechtes ein abgesonder-tes, wurde vorläufig durch Beamte der fränkischen Könige, einen Dur