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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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1Z4 Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen.

Cäsars Eroberung heimisch gewordene römische Bildung zu den Ger-manen zu leiten, welche der Römer Schwert nicht bezwungen hatte.

Don den beiden germanischen Völkern, welche damals Gallien mit denFranken thcilten, wurden die Burgunder zuerst angegriffen, aber dieWestgothen verloren zuerst, wenn man Septimanien abrechnet, ihr Ge-biet in diesem Lande. Das burgundische Reich war nach GundiochsTode unter dessen Söhne getheilt worden, und cs hatte Gundobald Lug- ,

dunum, Godegisel Lausanna, Chilperich Geneva, Godemar Vienna zum >

Herrschersitz erhalten. In einem inneren Zwiste kamen Chilperich und >Godemar um. Chilperichs Tochter Chlotilde übertrug durch ihre Ver-mählung mit Chlodwig auf denselben ihre Ansprüche. Als Chlodwigim Jahre 500 den Krieg gegen Burgund begann, ging Godegisel inder Schlacht bei Diviona zu den Franken über, und Gundobald mußtesich bis Avcnio zurückziehen und den Rückzug der Franken, die ihn hierbelagerten, durch das Versprechen eines Tributs erkaufen. Hieraufbrachte er durch Besiegung seines Bruders, der nach der Eroberung vonVienna in einer Kirche erschlagen wurde, sich in den alleinigen Besitzdes Landes, in dem er sich durch Verbindung seines Sohnes mit einerTochter des Ostgothenkönigs zu behaupten suchte. Entscheidender warder Schlag, den Chlodwig, nachdem ihn Theodorich lange aufgehalten,gegen die Westgothen führte. Derselbe brachte ihm von Seiten desoströmischen Hofes eine Anerkennung zuwege, auf die er, so sehr sieeine bloße Form scheinen mochte, viel Gewicht legte, weil sie ihn inden Augen der römischen Nuterthanen zu einem rechtmäßigen Herrscherstempelte. Nach der Rückkehr aus dem Kriege zeigte er sich in derStadt der Turoncn, von wo er gegen die Gothen aufgebrochen war,mit Purpurmantel und Diadem geschmückt, und warf, von der Kirchedes heiligen Martinus bis zu seinem Palastc reitend, Gold und Silber unterdas jauchzende Volk. Seinen Königösttz nahm er in der Stadt Lutetia,in der einst Julianus gewohnt, und die nach der Bevölkerung der Ge-gend jetzt Parisii hieß. Es fehlte ihm von Gallien außer Burgund undSeptimanien nur Armorica, dessen Bewohner, die Bretonen, ihm zwarim Jahre 502 nach einem Feldzuge gehuldigt hatten, aber sich doch fort-während in einem loseren Verhältnisse zum fränkischen Reiche hielten.Dagegen dehnte sich seine Herrschaft über die Gesammthcit der Frankenaus. Die übrigen Fürsten der Salier sowohl, als die Fürsten der Ri-puarier wurden durch ihn mit List und Gewalt beseitigt, und die Stämme, ^die sich schon durch Gefolgschaften an seinen Eroberungen betheiligt hat-ten, zur Anerkennung seiner Herrschaft vermocht. Auch die ostrheinischenFranken müssen, wenn sich auch das neue Verhältniß nur allmälig be-festigte, schon unter Chlodwig in den Verband des fränkischen Reichesgetreten sein. So hinterließ Chlodwig, als er im Jahre 511 starb,