Das fränkische Reich bis auf Karl den Großen. 1ZZ
erkannt wurde. Ihre Vervielfältigung, sowie ihre Wichtigkeit, hatte siezum Gegenstände besonderer Fürsorge der kirchlichen Oberhirten, sowievieler für das klösterliche Leben besonders begeisterten Männer gemacht.Man hatte sich daher vielfach mit Feststellung derjenigen Ordnungenbeschäftigt, durch welche die Erreichung ihrer Zwecke gesichert werdensollte. Im Abendlande ward Benedictus aus Nursia, ein Zeitgenossedes Königs Totilas, der den größten Theil seines Lebens als Einsiedlerin einer Höhle bei Sublaqueum am Anio lebte und unter vielen an-dern das Kloster bei Casinnm gründete, der Stifter einer Klosterregel,die bald in einer großen Menge von Klöstern Geltung fand. In Gal-lien war das Klosterwesen schon seit Anfang des fünften Jahrhunderts,wo ein Kloster ans einer der lerinischen Inseln an der Küste der Pro-vincia entstanden, in Aufnahme gekommen, und die gallischen Klöster er-hielten eine ganz besondere Wichtigkeit für das fränkische Reich. Inihm bildeten sie gleichsam eine Menge einzelner Festungen, in welche sichder streng christliche Sinn zurückzog, um seine Anhänger zur Bekämpfungeines weit umher verbreiteten Verderbens auszusenden.
2. Die Begründung des fränkischen Reiches ist Chlodwigs Werk.Durch die Eroberung des letzten von Spagriuö beherrschten römischenGebietes trat er mit seiner Gefolgschaft, abgesondert von den übrigenfränkischen Fürsten, in das neue Verhältniß eines germanischen Königsim römischen Lande. Der neue Besitz mußte einen Zusammenstoß mitden Alemannen zur Folge haben. Diese, seit Abzug der Burgunder sichüber das Moselland ausbreitend, kreuzten sich hier mit den salischenFranken und warfen sich, als sie ihnen ausweichen mußten, nordwärtsans die ripuarischen Franken. König Siegbert, der sich ihrer nicht er-wehren konnte, fand Hülfe bei Chlodwig, dem nunmehr mächtigsten unterden fränkischen Fürsten. Ein Sieg, den dieser im Jahre 496 bei Tol-hiacum erfocht, bahnte ihm den Weg zur Unterwerfung der alemanni-schen Landschaften, die westwärts vom Rheine und nordwärts vom Neckarlagen, während die übrigen Alemannen unter die Schutzherrschaft desostgothischcn Königs traten. An diesen Sieg knüpfte sich ChlodwigsUebertritt zum Christenthum. Seine burgundische Gemahlin Chlotilde,in deren Hcimath damals der Arianismus noch nicht eingeführt war,hatte ihm die erste Anregung gegeben; in der Alemannenschlacht that er,als die Entscheidung schwankte, das Gelübde, sich zu dem Gotte derChristen zu bekehren, und am Weihnachtsfeste desselben Jahres empfinger in der Stadt der Nemer von dem heiligen Remigius, der dort Bischofwar, mit mehreren Tausenden seines Gefolges die Taufe. In Folgedes vortheilhafteren Verhältnisses, in welches er hierdurch zu den RömernGalliens trat, eröffnete sich ihm die Aussicht auf die Herrschaft über dieseganze Provinz des römischen Reiches. Sie war bestimmt, die in ihr seit