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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Wcstgothen. 129

Namen als der Thal nach bestanden. Abd el Aziz, der sich mit NodcrichsWittwe vermählt hatte und von Hispalis aus das Land regierte, wurdeweniger von dem Kalifen wegen seiner angemaßteu Unabhängigkeit, alsdurch einen Aufruhr, den er durch Herrscherftolz verursacht hatte, ge-stürzt. Seinen Nachfolger bestimmte eine Wahl des Volkes zu Hispa-lis. Derselbe verlegte den Sitz der Negierung, um der Mitte desLandes näher zu sein, von Hispalis nach Corduba. Da griff aber derStatthalter von Magreb in die Angelegenheiten von Andaloö ein, ent-setzte den bisherigen Statthalter nnd sandte einen neuen hinüber. WieSpanien von Afrika aus erobert worden war, glaubte bei dem Mangelbestimmter Anordnungen von Seiten des Kalifen der Statthalter vonAfrika die Hoheit über dasselbe ausübcn zu müssen. So wurden dennauch in der Folge die Statthalter für Spanien von Afrika aus theilsernannt, theils, wenn sic sich in eigner Willkühr oder durch Wahl desHeeres erhoben hatten, bestätigt. Bei dieser Unsicherheit des Verhält-nisses, in welchem das Land zu dem Reiche stand, fehlte es nicht an in-neren Parteiungen, die den Wechsel der Statthalter beschleunigten, zumaldie herrschende moslemische Bevölkerung aus sehr verschiedenartigen Be-standtheilen zusammengesetzt war. Durch die Eroberung und in Folgederselben, sowie in der Hoffnung auf die Theilnahme an neuen vonhier aus zu führenden Kriegen, hatten sich Araber, Syrer, Perser, Ber-bern in großen Massen im Lande angesammelt, und die Verschiedenheitder Herkunft beförderte die Spaltung in Parteien. Von der Persönlich-keit der Statthalter hing es unter diesen Umständen ab, die Parteiendurch möglichste Befriedigung ihrer besonderen Forderungen zu beruhi-gen, und ihre Kräfte für neue Unternehmungen, durch welche die alteBegeisterung für den Glaubenskampf erneuert werden konnte, zu verei-nigen. Das Feld für neue Thaten lag jenseits der Pyrenäen. Dervierte der Statthalter eroberte im Jahre 720 Septimanien. Das fer-nere Ziel der Angriffe war das fränkische Reich. Schon im Jahre725 verheerten die Moslcmen die Gegenden an der Rhone und demArar oder der Saucona hinauf bis Augustodunum. Abderrahman BenAbdallah, welcher der fünfte in der Reihe der Statthalter gewesen ist undals der zwölfte wieder an der Spitze der spanischen Moslemen steht,unternimmt im Jahre 732 einen Kriegszug nach Aquitanien, findet aberdaselbst Niederlage und Tod. Zwei spätere Einfälle der Moslemen indas Frankenreich richteten sich nach dem südöstlichen Theil Galliens, denburgundischen Landen, wo eine noch nicht erloschene Abneigung derGroßen gegen die Franken Aussicht auf Erfolg bot. Das erste Mal,im Jahre 737, rückten die Franken bis vor Narbo, und das zweiteMal, im Jahre 738, warfen sie mit Hülfe eines von Liutprand gesandtenlongobardischen Heeres die Feinde über Avenio auf das rechte Ufer der

Kiesel, Weltgeschichte. II. a