126 Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Westgothen.
Er schickte im Jahre 711 ein Heer unter Tank hinüber, dem Julianusals Führer diente. Der Berg Calpe an der Meerenge ward, um alsStützpunkt der Unternehmung zu dienen, befestigt und hieß seitdem zumAndenken an den Feldherrn Berg des Tank, Dschebel al Tank, späterGibraltar. Theodemir, Roderich's Statthalter in dieser Küstengegend,sah sich, da die Feinde sich fortwährend aus Afrika verstärkten, außerStaude, ihnen auf die Dauer Widerstand zu leisten, und Noderich eilteaus dem Lande der Basken, gegen die er eben kämpfte, mit einem un-terwegs durch allgemeines Aufgebot der Gothen verstärkten Heere her-bei. In der Gegend, wo später die Stadt Arrez de la Frontera ent-stand , kämpften Gothen und Araber neun Tage lang gegen einander,bis durch Verrath der Söhne des Witiza, welche den Befehl auf denFlügeln führten, die Gothen eine Niederlage erlitten, in welcher derKönig umkam. Die Eroberung der ganzen Halbinsel ging mit großerSchnelligkeit von Statten, da die dem Noderich feindliche Partei, zuwelcher auch der Bischof Oppas von Sevilla, Witiza's Bruder, gehörte,die Fortschritte der feindlichen Waffen begünstigte. Tarif war schonüber Toletum hinaus vorgedrungen, obgleich Musa, auf dessen Ruhmeifersüchtig, ihm Stillstand geboten hatte. Musa sicherte nun den Südendes Landes. Nur an der Oftküste, in der Gegend um Valentin, ver-theidigte Theodemir sich so tapfer, daß er von Musa's Sohne Abd elAziz einen günstigen Vertrag für sieben Städte erlangte. Als Musaden Tank in Toletum, wohin er zurückgekehrt war, erreicht hatte, strafteer ihn durch Kerker und Mißhandlung, mußte aber auf den von Da-maskus eingelaufeuen Befehl des Kalifen sich mit ihm versöhnen underoberte nun gemeinschaftlich mit ihm auch den Norden des Landes bisan die Pyrenäen und das Meer. Das Schicksal der Bewohner warverschieden nach Maßgabe des Widerstandes, den sie leisteten. Am här-testen litt die Stadt Cäsaraugusta in Folge hartnäckiger Vertheidigung,durch die sie die Wuth der Feinde gereizt hatte. Der Feldzug wardgeschlossen durch einen Befehl des Kalifen, der beide Feldherrn nachDamaskus berief. Im Jahre 712 verließen sie Spanien, die Entschei-dung der zwischen ihnen im Laufe des Feldzuges erneuerten Zwistigkeitenverschob sich aber, da Walid krank war, bis zur Thronbesteigung seinesBruders Soleiman im Jahre 717, und Musa, der Tarik's Verdiensthatte verkleinern wollen und von diesem eines zu gewalttätigen Ver-fahrens angeklagt wurde, erlitt schimpfliche Strafe.
11. Das Reich der Kalifen besaß setzt seine größte Ausdehnung.Im äußersten Nordoften hatte es an den Türken, die in seinen Dienstgetreten waren, zugleich eine Schranke gefunden, indem durch sie dieLosrcißung einzelner *Theile vorbereitet wurde, wie die Germanen erstin Diensten des römischen Reiches standen, um dann seine Grenzländer