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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Wcstgothcu. 125

der Oströmer. Die fortgesetzte Bekämpfung der Basken beschränktederen Gebiet in Spanien, Biskapa genannt, und'veranlaßt ihre Ver-breitung nach Aquitanien, wo das von ihnen in Besitz genommene Ge-biet den Namen Vaskonien erhielt. Der Kampf gegen die Oftrömerhatte so guten Fortgang, daß unter Gundemars Nachfolger Siscbutder Kaiser Heraklius einen Vertrag einging, nach welchem er nur dieKüstenstädte Lusitanicns behielt, und daß unter Suinthila, der auf SisebutsNachfolger Nekkared gefolgt war, auch diese erobert wurden. Im In-nern gährte jedoch, da kein Erbfolgcrecht für das Königthum galt undnur zuweilen einem Könige die Uebertragung der Herrschaft auf denSohn gelang, ein rastloser Parteigeist, und je häufiger das Land durchWahl oder Aufstand seine Könige erhielt, desto zahlreicher wurde dieZahl derjenigen Familien, die deswegen, weil sie dem Lande schon Königegegeben hatten, sich Königen aus fremden Familien nicht beugen wollten.Wohl hätte sich in ferner Zeit ein besserer Zustand erwarten lassen,wenn cs gelungen wäre, die Gothen mit der übrigen Bevölkerung ganzzu verschmelzen. Dahin arbeitete unter den folgenden Königen Rece-suinth (649 672), indem er die durch ihn vollendete Gesetzsammlungohne Unterschied zur Grundlage des Rechtes für Römer und Gothenerklärte und das Verbot von Heirathen zwischen Römern und Gothenaufhob. Die Frucht dieser Bestrebungen kam aber nicht zur Reife unddie Errichtung der arabischen Macht in Afrika lenkte dorthin die Blickeder Unzufriedenen, während die innere Zerrissenheit den in vollemSiegesräusche begriffenen Feinden das Land als leichte Beute zeigte.

10. Schon im letzten Jahrzehent des siebenten Jahrhunderts hattenausgewanderte Juden, die seit geraumer Zeit von strengen Maßregelnder westgothischen Könige zu leiden gehabt, in dem benachbarten Afrikadie Araber zu Unternehmungen gegen Spanien, wo ihre zurückgebliebenenGlaubensgenossen Aussicht auf Gelingen gewährten, anzureizen gesucht.Der Kalif Walid ertheilte dem Musa, der als Statthalter der ehemali-gen römischen Provinz Afrika, von den Arabern Magreb genannt, dieWaffen des Islam bis an das atlantische Meer getragen, auf seineVorstellungen die Erlaubniß, nach Spanien oder Andalos überzugehenund die Unterjochung der dortigen Bewohner, die von den Arabern,wie alle Bewohner des Abendlandes, Franken genannt wurden, zu ver-suchen. Die Stadt Septum, die damals den Gothen gehörte, wurdedurch den gothischen Befehlshaber Julianus vertheidigt, und eine Flotteder Araber im Jahre 703 von der des gothischen Königs Witiza ge-schlagen. Als aber im Jahre 710 Witiza starb, seine Söhne durch dieErhebung des neuen Königs Roderich von der Herrschaft ausgeschlossenwurden und dieser durch Willkühr viele Großen bdleidigte, auch den Ju-lianus persönlich kränkte, war für Musa die günstige Zeit gekommen.