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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Westgothcn. 121

Jahre 661, und sein Sohn Hassan weicht dem Moawijah, der zwarvon den Mördern erreicht worden ist, aber von der erhaltenen Wundehergestellt wird, während Amru der Gefahr ganz entgangen ist.

7. Moawijah behauptet sich im Besitze der Herrschaft, nimmt aber,um von beschränkenden Einflüssen entfernt zu sein, seinen Wohnsitz nichtin Mekka, sondern bleibt in Syrien und macht Damaskus zur Haupt-stadt des Reiches. Durch ihn wird die Kalifenwürdc Besitz seiner Fa-milie, der Omajaden. Die ganze Veränderung hinterläßt als bleibendeWirkung eine religiöse Spaltung im Islam, indem unter den Anhängerndes Ali sich die Ansicht von der alleinigen Gültigkeit des Koran ans-bildet, während im übrigen Islam eine Ueberlieferung, Sunna genannt,als Richtschnur für die Erklärung deS Koran gilt. Diese beiden Par-teien heißen die Aliten und die Sunniten, und die elfteren, die sichhauptsächlich im persischen Reiche verbreitet haben, erhalten von ihrenGegnern auch den Namen der Schiiten oder einer verächtlichen Sekte.Es schien nun eine Zeit der größten Bedrängnisse für das oströmischeReich zu kommen, da Moawijah seit dem Jahre 669 sieben Jahre nach-einander seine Flotte vor Constantinopel erscheinen ließ, das sich nurdurch das Vertheidigungsmittel des sogenannten griechischen Feuers ret-tete. Doch innere Kriege im arabischen Reiche, in denen sich die altenFehden der Stämme fortzusetzen schienen, ließen den Nest des siebentenJahrhunderts verstreichen, ohne daß eine erhebliche Wendung in demGeschicke der beiden einander feindlichen Reiche eingetreten wäre. Erstunter Moawijah's fünftem Nachfolger Walid I.715) nahm dieMacht der Araber einen neuen Aufschwung. Unter ihm breitete sichdie Kalifcnherrschaft und mit ihr der Islam gegen Osten bis an dieEbenen von Turan und tief nach Indien hinein aus und berührte imWesten das atlantische Meer und die Pyrenäen. Im äußersten Nord-osten gelangte der Islam zu den Türken, aus welchen in der Folgeneue Beherrscher Weftasiens hervorgehen sollten. Im Westen erreichteer Europa, in das er von Südosten nicht hatte eindringen können, vonseiner südwestlichen Seite. Nachdem seit der Eroberung Aegyptens dieAraber schon manche Streifzüge gegen die Provinz Afrika gemacht, die-selbe auch schon vorübergehend beherrscht hatten, war dieselbe schon un-ter Walid's Vorgänger, Abd el Malek, für immer in ihre Hände ge-fallen. Hier faßte der Islam bei der maurischen Bevölkerung so leichtWurzel, daß das Christenthum in kurzer Zeit ganz vertilgt wurde, in-dem sich zu dessen Sturz eine zahlreiche einheimische Bevölkerung mitden Ankömmlingen vereinigte. Von hier aus erfolgte auch die Erobe-rung des von den Westgothen beherrschten Spaniens.

8. Dem westgothischen Reiche war nach dem Kriege gegen dieFranken nur ein kleiner Theil Galliens, Septimanien, der sich von dem