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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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118 Die Araber bis zu Ende des achten Jahrhunderts und die Wcstgoihcn.

um bereichert heimzukehren, sondern sie gaben denselben neue Herrenund gestalteten ihre Lager zu Städten um. Es begann also eineVölkerwanderung, die sich von der germanischen dadurch unterschied, daßdie Eroberer sich nicht Vorgefundener Ordnung bequemten, sondern Alteszerstörten und Neues brachten. Der Uebertritt der Uebcrwundenen znm 'Islam wurde erleichtert durch Zerrüttung ihrer bisherigen Verhältnisseoder durch Aehnlichkeit ihres Zustandes mit demjenigen, aus dem dieSieger soeben herausgetreten waren. Zugleich liehen dem Islam dieschwachen, aber dem oberflächlichen Blicke zunächst in die Augen fallen-den Bestandtheile, die er mit der wahren Religion gemein zu habenschien, eine um so verführerischere Kraft, und der Uebertritt zu demselbenstellte den Ueberwundenen sofort dem Sieger in Rechten und Ehren !gleich. In die eroberten Länder drang auch die Sprache der Erobererund das Leben goß sich in die ihrer Eigcnthümlichkeit entsprechendenund von ihnen festgestellten Formen. Wohin aber ihre Herrschaft sichverbreitete, da wurden die Völker dem Kreise, in welchem der Fort-schritt menschlicher Bildung sich bewegt, entzogen oder in diesen Kreiseinzutreten verhindert. Wohl konnte hie und da, von VorgefundenenAnregungsmitteln begünstigt, eine geistige Bildung in irgend einembesonderen Gebiete menschlicher Thätigkeit erblühen, aber eine falscheReligion bildete keinen Boden, aus dem wahres Leben hätte keimenkönnen.

5. Mohammed hinterließ bei seinem Tode weder Anordnungen fürdie Negierung des Reiches noch Bestimmungen über die Nachfolge.Vermöge der Verwandtschaft mit ihm schienen Ali, der Gemahl seinerTochter Fatime, und Abu Bekr, der Vater einer seiner Frauen, derAiescha, den meisten Anspruch auf die Nachfolge zu haben. ES gelangdem Abu Bekr, die von vornehmen Moslemen zu Mekka auf ihngelenkte Wahl zur Geltung zu bringen und die Stämme, die ihn nichtals Kalifen oder Nachfolger anerkennen wollten, durch Waffengewalt !zu beugen. Auf seine Veranstaltung wurden Mohammeds Aussprüche, ^wie sie seine Schüler nach seinen augenblicklichen Erregungen in dich- ^terischer Sprache vernommen hatten, gesammelt, woraus der Koranoder das zu Lesende als das Grundgesetz des Islam entstand. Schonbegannen unter ihm die auswärtigen Eroberungen, indem Kaled inBabylonien, Abu Obeidah in Syrien einrückte. Unter Omar (634644),den Abu Bekr zu seinem Nachfolger bestimmt hatte und der den Nameneines Fürsten der Gläubigen, Emir al Mumenin, führte, wurden demrömischen Reiche Syrien und Aegypten entrissen, und das persische Reichvernichtet. Syrien hatte Heraklius eben erst den Persern abgenommen,als Abu Obeidah, und bald zu seiner Verstärkung auch Kaled, im Landeerschienen. Feigheit der Einwohner, die des oströmischen Steuerdrucks