die Ostgothen und die Longobardcn.
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stürzten Kaiser ein Rächer erschienen war, kamen zu den Angriffen derAvaren neue Angriffe der Perser. Vergebens hatte schon Iustinus mitdem Haupte eines asiatischen in den Steppen jenseits des kaspischenMeeres heimischen Nomadenvolkes, den Türken, Verträge abgeschlossen,um in ihnen den Avaren und Persern Feinde zu erwecken. Als KesraNuschirwanö Enkel und zweiter Nachfolger Kesra Parviz die Perser-beherrschte (591—628), kam über die asiatischen Länder des Reichesall' das Ungemach, das die europäischen schon seit lange von den nor-dischen Barbaren erfuhren. Kleinasien, Syrien und Aegypten wurdenvon den Persern erobert und Jahre lang stand ein persisches LagerConstantinopel gegenüber bei Chalcedon, während die Avaren bis andie Mauern der Hauptstadt streiften und aus den Vorstädten Menschenin die Sklaverei schleppten. Nur die Festigkeit der Stadt und derMangel einer Seemacht auf Seiten der Perser rettete das Reich.Heraklius gedachte schon durch Flucht nach Afrika der Gefahr zu ent-rinnen, als der Patriarch ihn umstimmte und ihn schwören ließ, daß ersein Leben der Beschützung des Reiches widmen wolle. Mittelst einerüberraschenden Sinnesänderung raffte sich Heraklius ans Verzagtheitund Unthätigkeit auf, begann im Jahre 622 den Krieg gegen die Perserund drang, während die ihm verbündeten Chazaren von den kaukasischenLändern her ihn unterstützten und Constantinopel sich glücklich gegen dieAvaren vertheidigte, tief in Persien ein. Da in dem innerlich ver-wirrten Perserreiche eine Empörung von Statthaltern die Vertheidigunglähmte und Kesra durch seinen Sohn Schirujeh entthront und hinge-richtet wurde, gewann das Reich seine alte Grenze wieder und mitbesonderer Feierlichkeit ward das Kreuz des Erlösers, das Constantinus'des Großen Mutter Helena entdeckt hatte und das von den Persernaus Jerusalem geraubt worden war, wieder aufgerichtet. Zwar wares das letzte Mal, daß das oströmische Reich mit den Persern zukämpfen hatte, aber die Bedrängnisse, die es vor den letzten glücklichenFeldzügen von dieser Seite erfahren, erneuerten sich bald durch einenneuen Feind, der an die Stelle des alten trat. Mit dem Volke derAraber war eine Umbildung vorgegangen, welche dasselbe aus seinerVerborgenheit auf den Schauplatz der Geschichte führte und der ganzenchristlichen Welt große Erschütterungen und Verluste bereitete. Hera-klius erlebte noch den Uebergang von Syrien und Aegypten au dieAraber und um dieselbe Zeit nahte dem persischen Reiche von derselbenSeite her der Untergang.
14. Es folgt für das oströmische Reich ein Zeitraum, währenddessen eine Reihe von Kaisern, zum Theil aus Heraklius' Nachkommen-schaft, einander in raschem Wechsel, unter einem wüsten Treiben derLeidenschaft und entsetzlichen Grausamkeiten folgen, ohne durch das, was