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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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106 Das oströmischc Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts,

pörung Hcraktins (610641). Unter Jnftinns II., dein Justinianusals seinem Neffen die Herrschaft hinterlafscn hatte, wurden die neuenBesitzungen im Westen geschmälert. Von den Gegenden an der mitt-leren Donau, die laugst ein Tummelplatz wandernder Völker waren,gingen neue Eroberer Italiens aus, die Longobarden. Dieses Volkhatte lange Zeit mit den Gepiden gekämpft und die Kaiser waren auchhier der Staatskunst gefolgt, durch wechselnde Bündnisse die gegenseitigeSchwächung von zwei gefährlichen Nachbarn zu befördern. Als nundie Avarcn immer weiter nach Westen verdränge», wurden die Gepidenvon ihnen und den Longobarden in die Mitte genommen und ihr Reichging zu Grunde, lieber ihr Gebiet dehnten sich jetzt die Avaren ans,die dadurch Beherrscher des alten Daeiens wurden und der Civilisationim Osten und im Westen Gefahr bereiteten. Die Longobarden abersuchten, von Kampfeslust getrieben, eine neue Heimath in Italien, dasein Theil von ihnen schon im Söldnerdieuste unter Narseö kennen gelernthatte. Dort war Narseö, der zuerst das Amt eines Erarchen bekleidet,auf Klagen der Bevölkerung abberufen und durch Longinus ersetztworden. Daher ist die Erzählung entstanden, daß er aus Groll dasVolk der Longobarden herbeigerufen habe. Dieses drang im Jahr 568unter seinem Könige Alboin, der des gefallenen Gepidenkönigs KunimundTochter Nosamunde geheirathet hatte, über die Alpen, und nahm in dennächsten drei Jahren von dem nördlichen Italien Besitz, wo die nach drei-jähriger Belagerung gewonnene Stadt Papia der Sitz des Königs wurde.

12. Feindlicher als es die Ostgothen gethan hatten, traten vermögegrößerer Rohheit die Longobarden in dem eroberten Lande auf und derAbscheu vor ihnen stärkte den Widerstand dermaßen, daß sie nach derBesitznahme der Ebenen nur allmälig ihre Herrschaft erweiterten unddieselbe nie über ganz Italien ausbreiteten. Selbst im Norden bliebendie venetische Küste, eine Reihe fester Städte in der Nähe und dieligurische Küste noch eine Zeitlang unter oströmischer Herrschaft. Ein-zelne Theile des eroberten Landes wurden unter den Königen vonbisherigen Führern einzelner Schaaren, die den Namen von Herzogenführten, verwaltet. So bildeten im Nordosten und Nordwesten dieHerzogthümer von Forum Julii oder Friaul, von Tridentum, von Epo-redia und von Tanrinum kleine Lehenstaaten, denen die Beschießung derGrenzen oblag. In der Folge wurde der größte Theil des mittlerenund unteren Italiens gewonnen. Diese Erwerbungen bestanden ausdrei Haupttheilen, Tuscien und den beiden Herzogthümern Spoletumund Beneventum. Da nun den Oströmern das Land an der Ostsciteder Apenninen von den Pomündungen bis nach Ancona und an derWestküste außer dem Ducat von Neapel auch der Ducat von Romverblieb, ward es ihnen leicht, die Gegend zwischen dem Ducat von