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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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die Ostgothen und die Longo-ardcn.

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Geiserich gestiftete Erbfolgeordnung nicht zu einer planmäßigen Ein-richtung des Staatswesens kommen, da die Herrschaft nicht von demVater auf den Sohn überging, sondern jedesmal der Aclteste ausGeiserichs gesammter Nachkommenschaft zur Negierung gelangen sollte.Der fünfte König, Hilderich, ein Sohn von Geiserichs Sohne Huncrich,zeigte gegen die römische Bevölkerung milden Sinn und knüpfte mitJustinianus ein freundschaftliches Verhältniß an. Dadurch wurde eraber seinem Volke verhaßt und eine Empörung brachte Gelimer an seineStelle, der ihn einkerkerte. Hierauf erfolgte von Conftantinopel aus,nachdem Vermittlungsversuche fruchtlos geblieben waren, kriegerischesEinschreiten. Belisariuö landete am hermäischen Vorgebirge, besiegteden Gelimer, der den gefangenen Hilderich hatte umbringen lassen, vorCarthago, drang in die Stadt, gewann noch eine Schlacht und eroberteleicht das ganze Land, da die Vandalen, um Aufstände zu erschweren,die Befestigungen aller Städte niedergerissen hatten. Gelimer zierteden Triumph des Siegers im Jahre 534, den ersten, den Constantinopelsah, und verlebte den Nest seiner Tage in Galatien. Das Volk derVandalen wurde in Folge mehrerer Aufstandsversuche theils in dieGefangenschaft geführt, theils unmittelbar vertilgt. Afrika aber, daszu einer römischen Provinz eingerichtet wurde, war ein unsicherer Besitzwegen der fortwährenden Einfälle der benachbarten maurischen Stämme,deren dauernde Unterwerfung bei ihrer nomadischen Lebensweise nichtmöglich war.

8. Im Jahre nach der Eroberung Afrika's begann der Angriff aufdas Reich der Ostgothen. Nach Theodorichs Tode trat eine Trennungdes westgothischen Reiches von dem ostgothischen ein. Zum Nachfolgerim ostgothischen war Athalarich, der Sohn von Theodorichs TochterAmalasuntha, die mit einem Ostgothen verheirathet gewesen war,bestimmt. Für die Zeit seiner Unmündigkeit führte die Mutter dieNegierung. Sie war aber den Gothen durch höhere Bildung undfeinere Sitten entfremdet und reizte deren Argwohn durch die wissen-schaftliche Erziehung, die sie ihrem Sohne zu geben bemüht war. Esentstand eine Bewegung unter ihnen, durch welche sie gezwungen wurde,ihn unter seinen Altersgenossen heranwachsen zu lassen. Ein wildesLeben, dem er sich ergab, brachte ihm frühen Tod im Jahre 534.Darauf erhob die Mutter, die sich als Frau nicht behaupten zu könnenglaubte, einen Schwestersohn Theodorichs, also einen Amaler, NamensTheodat, zu ihrem Gemahl und zum Regenten. Der Gegensatz einerzu römischer Bildung hingewandten und einer von ihr abgewandtenRichtung wirkte fort und Theodat entledigte sich seiner Gattin, bei derenüberlegenem Geiste er nicht zu einer wirklichen Herrschaft gelangte,dadurch, daß er sie auf eine Insel im vulsinischen See bringen ließ,