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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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100 Das oströmischc Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts/

7. Die römische Herrschaft in einem großen Tcheile des ehemaligenwestlichen Reiches wieder herzustellen, gelang dem Justinianus, demNeffen des Justinus, von ihm schon längst in die Staatsgeschäfte ge-zogen und zur Nachfolge bestimmt. Seine lange Regierung (527565)ist reich an Ergebnissen, die er, ohne eigne Größe zu besitzen, tüchtigenMännern in seinem Dienste verdankte. Am meisten ragt unter seinerNegierung Belisarius durch Muth, Treue und Feldherrntalent hervorund er ist es, der einen Theil des an Germanen verlorenen Gebieteswiedergewann. Ehe dies geschah, hatte er sich schon in einem Perser-kriege und durch Dämpfung eines Aufstandes in der Hauptstadt ver-dient gemacht. Der seit Justins Zeiten geführte Krieg mit den Persern,in welchem Belisar ungeachtet anfänglichen Glücks nach Verlust einerSchlacht des Feldherrnamtes entsetzt wurde, dauerte noch nach KobadsTode im Jahre 531 fort und wurde im Jahre 533 durch Gcldopfervon Seiten des Reiches um so leichter beendigt, als Kobad's SohnKesra Nuschirwan, ungeachtet seiner Grausamkeit der Gerechte genannt,sich gegen ältere Brüder, denen der Vater ihn als Nachfolger vorge-zogen, zu behaupten hatte. In der Hauptstadt hatte die Spannungder Grünen und Blauen den höchsten Grad erreicht und nachdem dieGrünen durch Begünstigung der Blauen von Seiten des Hofes inErbitterung versetzt worden waren, brachte im Jahre 532 die Hinrichtungeiniger Unruhstifter aus beiden Parteien eine Aufregung hervor, in dersich beide gegen den Hof bewaffneten und unter dem Geschrei Nika dieStadt mit Blut und Brand erfüllten. Schon gedachte der Kaiser ausder Stadt zu fliehen, als seine sittenlose, aber kluge und entschlosseneFrau, Theodora, eine ehemalige Schauspielerin, ihn davon abhielt undBelisarius mit einer Schaar altgedienter Krieger die Flammen desAufruhrs in dem Blute von vielen Tausenden löschte. Im folgendenJahre erschien Belisarius als Eroberer in dem vandalischen Afrika.Das Reich der Vandalen befand sich ungeachtet der Macht, die es unterseinem Gründer entfaltet hatte, im Zustande großer Schwäche. Siegerund Besiegte verbanden sich weniger als irgendwo, da die ersteren dieletzteren in Beziehung auf Eigenthum, bürgerliche Stellung und Religionmit äußerster Gewaltthätigkeit behandelten. Dabei gab den Vandalenihre im Verhältnisse zu der übrigen Bevölkerung geringe Zahl einegeringe Bürgschaft für Bestand ihres Reiches, zumal das Volk durchdie rohe Gier, mit der es sich unter dem heißen Himmel in entnervendeGenüsse stürzte, sich rasch verminderte. Die Bemannung ihrer Flottemußten sie aus den nomadischen Stämmen im Innern des Landes, denMauren, nehmen und, um die zur Aufrechthaltung ihrer Herrschaftnöthige Verstärkung zu gewinnen, hatten sie sich von Theodorich dieÜberlassung einer Anzahl von Gothen erbeten. Dabei ließ es die von