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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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102 Das oströmischc Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts,

wo sie bald ermordet wurde. So lag für Justinian ein ähnlicherAnlaß zum Eingreifen in die italischen Angelegenheiten vor, wie er ihnzum Angriffe auf Afrika gehabt hatte. Die Kriegserklärung der Ger-manen gegen römische Bildung rächte sich durch Untergang. Belisariuserschien im Jahre 535 mit einem Heere von Jsaurern, Hunnen undMauren auf Sicilicn, das eine leichte Beute ward. Der Uebergangnach Italien wurde durch einen Aufstand der Truppen in Afrika ver-zögert, zu dessen Dämpfung er dem dortigen Statthalter behülflich seinmußte. Im Jahre 536 begann der Krieg in Italien, und Neapel wardie erste Stadt, welche Belisarius erobern mußte. Ihr Verlust steigertedie Verachtung, die Theodat durch seine Unthätigkeit verdient hatte,dermaßen, daß ein bei Rom versammeltes Heer ihn absetzte und in derPerson des Vitigcs einen neuen König wählte, indem es ihn nach alterSitte auf den Schild erhob. Dieser legte eine Besatzung nach Rom, zogsich gegen Ravenna zurück und vermählte sich, um sein Ansehen durchVerbindung mit dein Geschlechte der Amaler zu erhöhen, mit Amala-suntha's Tochter Matasuintha. Inzwischen hatten die Oströmer auchin Dalmatien Eroberungen gemacht und die Völker an der Nicderdonauentzogen sich der ostgothischen Herrschaft, während das Vordringen derSlaven jetzt ungehindert vor sich ging. Vitiges mußte sich vor Allemgegen die Franken, mit welchen Justinian unterhandelte, den Rückendecken, die inzwischen im Jahre 534 Herren des gesammten burgun-dischen Gebietes geworden waren. Er leistete eine Geldzahlung, tratalle ostgothischen Besitzungen in Gallien an sie ab und entsagte derSchutzhoheit über die südlichen Alemannen. Rom ging durch die Ab-neigung der Römer gegen die Gothen an Belisarius über, und dieservertheidigte sich in Nom länger als ein Jahr gegen den belagerndenVitiges und nöthigte denselben endlich zum Abzug, indem er über Ostiaund Genua eine Heeresabtheilung nach Mediolanum sandte, um dieGothen im Rücken zu beunruhigen. Dessenungeachtet waren die Fort-schritte der Römer langsam, weil Justinianus aus Furcht vor selbst-süchtigen Absichten seines Feldherrn es erst an den nöthigen Verstär-kungen fehlen ließ und dann dieselben, als sie unter Narses in Picenumgelandet waren, nicht unter Belisarius' Oberbefehl stellte. Erst derVerlust von Mediolanum, der durch den Mangel au Einheit in denUnternehmungen herbeigeführt wurde, bewirkte die Zurückberufung desNarses. Mediolanum war erst von einem burgundischen Heere, das wohlmit fränkischer Erlaubniß eingerückt war, geplündert worden und wurdejetzt von den Gothen für seinen Abfall schwer gezüchtigt. Die Beute,die die Burgunder mitgebracht, reizte nun auch die Franken selbst undihr König Theodebert, der mit einem Heere erschien, behandelte Gothenund Oströmer gleichmäßig als Feinde, und verheerte und plünderte die