die Ostgothcn und die Longobardcn.
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Oberhoheit in Anspruch nehmen. Deshalb sandte er dem Theodorichdie von Odoacer abgelieferten Zeichen der Hcrrscherwürde zurück, wieer dem Chlodwig das Consnlat verlieh und ihm dessen Abzeichen über-geben ließ.
6. Eine Veränderung im inneren Zustande des Reiches, die auchauf dessen Verhältnisse nach Außen Einfluß übte, ergab sich unter derNegierung Justins (518—527), der sich nach Anastasius' Tode alsBefehlshaber der Leibwache zum Herrscher aufschwang, indem er dasGeld, mit welchem er die Truppen für einen andern Bewerber bestechensollte, für sich verwandte und die Anerkennung des Senates erlangte.Er stammte aus Dardanien, besaß keine Bildung, war aber tapfer,rechtlich und milde. Seine Regierung brachte inneren Nebeln Heilungund bereitete einen Aufschwung vor, den das Reich unter seinem Nach-folger nahm. Er stellte in Staatshaushalt und Heerwesen Ordnungher, und gab dadurch dem Staate die Kraft, gegen äußere Feinde nach-drücklich aufzutretcn, wie eS sofort gegen Kobad geschah, als die Lazierim alten Kolchis sich der aufgedrungeuen persischen Herrschaft entzogenund zu dein Reiche zurückkehrten. Zugleich trat er den Sekten entgegen,beseitigte die monophpsilischen Bischöfe und bewirkte die Beendigung desSchisma's durch einen Frieden, welchen ein Legat des Papstes Hormis-das mit dem Patriarchen schloß. Hierdurch veränderte sich das Ver-hältniß zu Italien. Je mehr der Kirche im Osten ihre Freiheitwiedergegeben wurde, desto mehr mußten die römischen BewohnerItaliens, die auch bei Theodorichs Duldsamkeit mancher empfindlichenBerührung mit den durch Rohheit und Häresie fremdartigen Gothennicht entgehen konnten, sehnsüchtig dahin blicken, wo eine der ihrigenverwandte Anschauungsweise herrschte und die Kirche in ungeschmälerterAnerkennung bestand. Vornehme Römer unterhielten mit Constantinopeleine Verbindung, die Theodorichs Argwohn erregte und dieser wurdezugleich durch die von Justinus gegen die Häretiker getroffenen Maß-regeln, namentlich die Entziehung der Kirchen, wovon auch die nochübrigen Arianer betroffen wurden, so sehr gereizt, daß er die bisherverfolgte Bahn der Duldsamkeit verließ. Als ein Opfer dieser veränder-ten Stimmung des Königs starben gewaltsamen Tod im Kerker der durchGelehrsamkeit hervorragende und von Theodorich in wichtigen Geschäftengebrauchte Boethius und sein Schwiegervater Spmmachus. AuchHormiödas' Nachfolger Johannes, der eine ehrenvolle Aufnahme inConstantinopel gefunden hatte, während Theodorichs Verwendung fürseine Glaubensgenossen vergeblich gewesen war, wurde in den Kerkergeworfen, wo er bald starb. So hatte sich bis zum Tode Theodorichsim Jahre 526 in Italien eine Stimmung gebildet, welche bald deminzwischen erstarkten vströmischen Reiche die Wiedcrcroberung erleichterte.