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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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98 Das oströmische Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts,

sich verhielten. Eine Folge, die sich langsam daraus entwickelte, wardie Besetzung der an der Südseite der Nicderdonau gelegenen Provinzendurch die Bulgaren und eine Verbreitung slavischer Stämme überNoricum, Pannonien, Dalmatien und alle europäischen Länder des ost-römischen Reiches. Die Bulgaren schienen dem Hofe geeignet, eineSchutzwehr gegen die Ostgothen zu bilden, und nicht ohne Zuthundesselben entstand ein Krieg derselben gegen Theodorich, der gegen sieund die Slaven den Nordosten seines Reiches, die Länder Noricum,Pannonien und Dalmatien, zu schützen hatte. In der Hauptstadt selbsterlitt die Ruhe nicht selten gefährliche Störungen durch die Parteiender Rennbahn. Die Leidenschaft für die Spiele der Rennbahn waraus dem alten Rom in verstärktem Maße auf das neue übergegangcnund, während sich im Abendlande dieser Rest römischer Sitte allmäligverlor, hatte er im Morgcnlande noch lange Bestand. Ihren Grundhatten die Parteien in dem Wetteifer, mit welchem die bei der Aus-rüstung der Wagen Betheiligten sich zu übertreffen suchten und im Laufeder Zeit theilte sich auch die Masse der Zuschauer nach der Theilnahmefür die verschiedenen Klassen der Wagenkämpfer. Schon im alten Nomhatten diese Parteiungen Wichtigkeit erhalten durch die Gunst, mitwelcher sich die Herrscher nach der einen oder anderen Seite wendeten.Es schien der ganze Eifer, der einst in politischen Kämpfen verwendetworden war, sich die Rennbahn als neuen Schauplatz erwählt zu habenund, wenn die Herrscher, um die Masse von der Theilnahme an Staats-angelegenheiten abzulenken, so große Sorgfalt ans die Rennbahn richteten,war ihr Bemühen durchaus nicht vergebens. Anfangs waren derParteien vier, die nach den Gewändern der Wettkämpfer die weiße,rothe, blaue und grüne hießen. Im Laufe der Zeit verschmolz dieweiße mit der blauen und die rothe mit der grünen und in Conftan-tinopel erscheinen bloß die grüne oder prasische und die blaue odervenetische Partei. Hier erhalten sie denn auch eine politische Bedeu-tung, indem sie sich bei Fragen, die mit der Rennbahn gar nichts zuthun haben, in das Für und Wider theilen. Unter Anastasius liefertensie sich zum ersten Mal blutige Gefechte. Den Zündstoff zu innererEmpörung hatte Anastasius auch durch seine Haltung in den kirchlichenStreitigkeiten gemehrt. Wie Basiliskus, um sich bei Anmaßung derGewalt auf eine schon ausgebildete Partei stützen zu können, sich fürdie Monophpsiten erklärt hatte, trat gegen den die Monophpsiten be-günstigenden Anastasius ein Feldherr Vitalianus mit einem Heere vonHunnen und anderen Barbaren als Vertheidiger der kirchlichen Lehreauf und zwang ihn zu dem Versprechen, sie zu schützen. In solcherLage konnte Anastasius den Verhältnissen des Westens gegenüber nichtsthun, als durch Anerkennung des Geschehenen ein Recht fortdauernder