die Ostgothcn und die Longobardcn-
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dessen Aufstellung bctheiligt war, für dasselbe wirkte und die Patriarchenvon Alexandrien und Antiochien vertrieben und durch Anhänger desHenotikon's ersetzt wurden, eine Partei für sich, während die Rechtgläu-bigen an dem römischen Stuhle festhielten und die eifrigsten Monophy-siien sich dadurch nicht befriedigt fühlten. Da Papst Felix II. über denAkacius den Bann oder die Ausschließung aus der Kirchcngemeinschaft,sowie die Absetzung ausgesprochen, führte der fortdauernde Widerstandzu einem förmlichen Schisma. Dieser Zustand blieb auch unter derRegierung des Anastasius (491—518), den Zeno's Wittwe dadurch,daß sie ihm ihre Hand reichte, auf den Thron erhob. Obgleich dernächste Patriarch von Constantinopel das Henotikon verwarf und einschriftliches Versprechen, die Beschlüsse von Chalcedon aufrecht zu erhal-ten, zur Bedingung der Krönung machte, wurden nur solche Bischöfezugelassen, die das Henotikon unterzeichnet hatten. Dieses Verhältnißmußte, wie es die Aufmerksamkeit von den Ereignissen Italiens ablenkte,die römischen Bewohner Italiens darüber beruhigen, daß sie vom römi-schen Reiche abgerissen waren und unter einem germanischen und aria-nischen Könige lebten, der in die kirchlichen Angelegenheiten nicht ein-griff. Der Thron des Anastasius war auch von zu vielen näheren Ge-fahren umgeben, als daß man die Eroberung eines Landes hätte versuchenkönnen, dessen Bewohner sich unter der Herrschaft von Barbaren wohlbefanden. Lange hatte man gegen einen Aufstand der Jsaurer zu käm-pfen, die als Soldtruppen einen Haupttheil der Streitmacht bildetenund, als ob sie ein Recht auf ihren Dienst hätten, sich durch Entlassun-gen beleidigt fühlten. Nachher hatte das Reich einen Krieg gegen denPerserkönig Kobad zu führen, der, grausam und ausschweifend, von denNestorianern gestachelt die Rechtgläubigen verfolgte und, nachdem eineEmpörung ihn gestürzt, hunnische Hülfe ihn hergestellt hatte, sich durcheinen auswärtigen Krieg neu zu befestigen suchte. Das Reich mußteden Frieden durch Geld erkaufen. Auch von andern Seiten waren dieGrenzen anhaltend gefährdet. Hunnen streiften von den Gegenden desKaukasus her durch die politische Diöcese und arabische Horden beunru-higten Palästina. Einen bleibenden Feind aber erhielt das Reich anseinen nördlichen Grenzen und innerhalb seiner nördlichen Provinzen.Seit den hunnischen Zeiten waren die nördlichen Gestade des Pontuseine Straße für die nach Westen gerichteten Wanderungen asiatischerNomaden, welche der in den Steppen von Turan heimischen Völkerfami-lie der Tartaren oder Tataren angehören. Ein solches Volk waren dieBulgaren, die jetzt in der Nähe der unteren Donau als Nachbarn derGepiden wohnten und in Verbindung mit immer noch gegen Südendrängenden slavischen Stämmen dem oströmischen Reiche gegenüberebenso, wie einst die Germanen dem weströmischen Reiche gegenüber,
Kiesel, Weltgeschichte. II. 7