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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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96 Das oströmische Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts,

römischen Bevölkerung gegen die arianischen Westgothen ein mächtigerBundesgenosse zu werden versprach. Lauge hielten Theodorichs Ver-mittlungsversuche den kriegslustigen Franken zurück. Als aber dessenAngriff im Jahre 507 doch erfolgt war, Manch an dem Flusse Viennaeine Schlacht und das Leben verloren hatte und die Franken siegreichnach Süden vordrangen, sandte Theodorich unter seinen Feldherrn Jb-bas und Thuluit ein Heer nach Gallien, das ihnen hindernd in denWeg trat und seinem Enkel, Alarich's Sohne Amalarich, einen Theilder gallischen Besitzungen rettete, wie es denselben auch dem HalbbruderGesalich gegenüber im Besitze der Herrschaft erhielt. Bei dieser Gele-genheit zog er den Landstrich zwischen der Druentia und dem Meerezum ostgothischen Gebiete. Im Reiche der Westgothen führte aber beiAmalarich's Unmündigkeit Theodorich die Herrschaft in eigenem Namen,obgleich die Geschäfte der Negierung abgesondert von denen des ostgo-thischen Reiches betrieben wurden. So erstreckte sich seine Macht überden großen Theil des weströmischen Reiches von Sirmium bis zu derMeerenge des Hercules. Wie im westgothischen, trat er auch im bur-gundischen Reiche für gekränkte Rechte seiner Familie auf. Sigmundhatte seinen Sohn Sigerich, Theodorich's Enkel, auf Verläumduugcneiner Stiefmutter hinrichten lassen. Dies führte einen Feldzug Thu-luits herbei, durch welchen den Burgundern ein Italien zunächst gele-gener Theil ihres Gebietes entrissen wurde.

5. Der oftrömische Hof sah dieser Entwicklung der Dinge ruhigzu. Man mußte froh sein, Theodorich in der Ferne beschäftigt zu wis-sen und konnte sich noch mehr mit dem Gedanken trösten, daß die Ent-faltung seiner Macht auf Kosten der übrigen germanischen Reiche vorsich ging und daß gerade ein Reich, welches sich auf römischen Grund-lagen erbaute, die der Civilisation noch ferneren Völker beschränkte. In-zwischen machte Zeno fruchtlose und verkehrte Versuche, die Monophp-siten mit den Rechtgläubigen zu vereinigen. Ohne zu erkennen, daß diewahrhafte Einigung nur durch Beseitigung deö Jrrthums möglich ist,hatte er eine Formel gesucht, welche über den Gegenstand des Streitesein hinreichendes Dunkel breitete, um bei beiden Parteien gleiche An-erkennung zu finden. Während Zeno die Gewaltmaßregeln, die derUsurpator Basiliskus in der kurzen Zeit seiner Herrschaft zu Gunstender Monophpsiten getroffen, völlig aufgehoben, hatte auch er mit seinemEinigungsedict, dem Heuotikon, im Jahre 482 unbefugt in die kirchlichenAngelegenheiten eingegriffen, indem er zwar Nestorianismus und Euty-chianismus verdammte, aber den chalcedonischen Beschlüssen nicht ihreGeltung zuerkannte und das Spmbolum von Nicäa mit den Zusätzender Synode des Jahres 381 für allein gültig erklärte. Das Henoti-kon gewann nun, da der Patriarch von Constantinopel, Akacius, der an