Das römische Reich unter den Imperatoren.
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nischen und eutychianischen Irrlehren eröffnet. Ncstorius hatte als Bi-schof von Constantinopcl die Lehre aufgestellt, daß in Christus zwei Per-sonen, eine göttliche und eine menschliche, zueinander gesellt seien undMaria nicht Gottcsgebärerin genannt werden dürfe, weil ihr Sohn alsein Mensch zu betrachten sei, der von Gott ganz erfüllt gewesen. DieseIrrlehre, gegen welche als hauptsächlichster Verteidiger der Kirchenlehreder Bischof Cyrillus von Alexandrien wirkte, rief die dritte ökumenischeSynode hervor, die im Jahre 431 zu Ephesus gehalten wurde. Unge-achtet der Bemühungen des den Theodosius vertretenden Beamten Caudi-dianus für Ncstorius kam die von Cyrillus verteidigte Kirchenlehrezur Anerkennung und die Bischöfe, die sich der Entscheidung nicht fügenwollten, traf Verbannung. Vorläufig war, wie einst in Betreff desArianismus, der Friede nur äußerlich hergestellt und der Gegensatz derLehre wirkte in dem hcllenisirtcn Osten um so stärker und länger fort,als die Gewohnheit des theologischen Streitens dort ebenso alle Schichtender Bevölkerung durchdrang, wie in alter Zeit die philosophischen undsophistischen Wortgefechte gangbar gewesen waren. Die eigentliche Hei-math der nestorianischen Lehre wurde aber das persische Reich, dessenBeherrscher gern ihre christlichen Untertanen durch religiösen Gegensatzvon den Christen des Nachbarreiches geschieden sahen. Die Nestorianernannten sich hier chaldäische Christen und verbreiteten sich auch nach In-dien, wo sie den Namen Thomaschristen führten. War in dieser Ange-legenheit die kirchliche Entscheidung durch die Staatsgewalt zur Geltunggebracht worden, so stellte sich dieselbe bei einer neuen kirchlichen Stö-rung dem kirchlichen Ansehen gewaltsam entgegen. Eutychcs, der Archi-mandrit eines Klosters in Constantinopel, ging in dem Eifer gegen dienestorianischc Lehre so weit, daß er sich nach entgegengesetzter Seite vonder Wahrheit entfernte und daS Dasein zweier Naturen in Christus be-stritt, um bloß die göttliche gelten zu lassen. Hierüber brach, da dieKirche auch nach dieser Seite hin die Wahrheit durch Abwehr und Be-grenzung zu schützen hatte, ein neuer Streit von gleicher Heftigkeit aus,in welchem sich die Staatsgewalt in mißverstandenem Eifer gegen dieeben erst überwundene Irrlehre auf die Seite der entgegengesetzten stellteund in Verkennung der zwischen beiden liegenden Wahrheit einen deräußeren Ruhe Gefahr drohenden Streit in ihrem Sinne entscheidenwollte. Eine Synode, die im Jahre 449 deshalb in Ephesus gehaltenwurde, gab das Schauspiel roher Gewaltthätigkeit, weshalb sie die Näu-bersynode genannt ward und gar keine kirchliche Anerkennung fand.Ungeachtet der Bemühungen des Papstes Leo, die von Valentinianusund Placidia unterstützt wurden, nahm die Sache erst mit Theodosius'Tode eine bessere Wendung. Unter Pulcheria und Marcianus erfolgteim Jahre 451 durch die vierte ökumenische Synode in Chalcedon die