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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren.

und Burgunder unterscheiden sich bei der Bildung dieser Verhältnissedadurch, daß die crstcrcn heidnisch bleiben und, wohin sie kommen, demLande ein germanisches Gepräge geben, die letzteren, ihre Nationalitätaufgebend, ein romanisches Volk werden und, das erste der germanischenVölker, das katholische Christenthum annehmen. Die nördlichen Nach-barn der Alemannen sind jetzt die Franken, denen nicht allein die vonden Burgundern verlassenen Gegenden, sondern in allmäligem Vordrin-gen auch die von den Alemannen besetzten Gegenden der Obcrmoselznfallen. Unter ihnen tritt eine Scheidung in drei Gruppen hervor.Die Gruppe auf der Westseite der Maas wurde nach den aus demMündungslande des Rheins vorgedrungenen salischen Gefolgschaftendie Salier genannt. Zwischen Maas und Rhein wohnten hauptsächlichsolche, die den Rhein von Osten her überschritten und sich da vertrags-mäßig niedergelassen hatten, jedoch, ohne das eingegangene Abhängig-keitsverhältniß zu achten, ebenfalls oft kriegerisch gegen die Römer auf-getreten waren. Sie wurden unter dem Namen der Ripuarier begrif-fen. Ihr Hauptort war Colonia Agrippina und sie sind es, von denenTreviri fortwährend bedroht wurde. Die dritte Gruppe war die derostrheinischen Franken. Diese hatten von Nordosten her sich durch dieSachsen beschränken lassen, so daß am Niederrhein von Colonia Agrip-pina abwärts ihnen nur ein schmales Gebiet geblieben war, währendweiter am Rheine hinauf ihr Gebiet noch das Land der Chatten um-faßte und in den Wesergegenden an die Thüringer grenzte. Von denSachsen sondern sich jetzt die Friesen ab, die von der Amisia bis zu derwestlichen Nheinmündung als ein selbstständiges Volk erscheinen.

48. Während die Germanen als Massen bewegende Kräfte bildenund aus ihnen in der Jugendzeit ihrer Geschichte kaum eine Persönlich-keit hervorragt, erweckt das Nömerthum in seiner Abgelebtheit für keinein seinem Bereiche auftretende Persönlichkeit eine Theilnahme. Frische,lebendige Kräfte sind in der Kirche thätig und ihre Thätigkcit ist durchWahrung und Verbreitung der Lehre, durch die sich die Welt verjüngensoll, in Anspruch genommen, während das alte Reich, ohne einen er-schütternden Stoß zu erhalten, dahinstirbt. Valentinianus ist seit Pla-cidia's Tode im Jahre 450 von Schmeichlern beherrscht und entledigtsich des ihm unbequemen Aetius durch eigenhändigen Mord. Ihn selbsttödtet ein vornehmer Römer, Petronius Marimus, weil er seine Frauentehrt hat. In rascher Folge erstehen und fallen noch neun ohnmäch-tige Auguste. Der erste ist Petronius, der, obgleich unbekannt, die Würdebehauptet, weil bei allgemeiner Gleichgültigkeit und Erschlaffung Nie-mand ihm sie streitig macht. Doch da er des Vorgängers Wittwe Eu-doria, die Tochter des oströmischen Theodosius, sich mit ihm zu vermäh-len zwingt, ruft sie, wie man glaubt, den Vandalenkönig zur Rache