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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren. 75

Lande bedrohte und die Weigerung des Honorins, sie mit Getraide zuversorgen, zwang sie zu Gewaltthätigkeiten. Ein Angriff, den Athaulfauf Massilia machte, mißlang durch die Tapferkeit des darin befehligen-den Bonifacius. Dagegen gewann Athanlf, der sich gegen Honorins'Willen im Jahre 414 zu Narbo mit Placidia vermählte, die Gegendenvon hier bis Bnrdigala an der Mündung der Garumna und das nord-östliche Spanien um Barcino, ohne daß Constantius es zu hindernvermochte. So war der Grund zu einem germanischen Staate innerhalbdes römischen Reiches gelegt. Die Befestigung desselben erlebte aberder Stifter nicht, da er im Jahre 415 zu Barcino in Folge vonPrivatrache ermordet wurde. An seine Stelle wurde Sigerich gewählt,der des Vorgängers Kinder aus erster Ehe umbringcn ließ und auchdie Placidia feindselig und schimpflich behandelte. Nach sieben Tagenschon brachte eine unter den Gothen ausgebrochene Bewegung ihm denTod und stellte Wallia an ihre Spitze. Dieser gedachte, da der Ge-traidemangel in Spanien, wie in Gallien, fühlbar war, das kornreicheund noch nicht von fremden Einfällen heimgesuchte Afrika zu erobern.Doch die ausgerüsteten Schiffe gingen in der Meerenge durch Sturmzu Grunde. Da ließ er sich auf Honorius' Friedensanträge ein, gabdemselben die Placidia zurück, und übernahm die Bekämpfung derBarbaren in Spanien gegen das Versprechen von Wohnsitzen in Gallien.Placidia wurde nun dem Constantius, der die Stütze des Reiches war,vermählt und gebar ihm zwei Kinder, deren Geschichte mit den folgen-den Geschicken des Reiches verflochten ist, die Honoria und den Valen-tinianus. Malus aber, der von den Römern gefangen worden war,büßte die Ehre, zu der ihn die Gothen zweimal erhoben, mit Verstüm-melung und mit Verbannung auf die Insel Lipara, wie nicht langedarauf auch Marimus, der noch einmal als Herrscher aufzutretenversuchte, hingerichtet wurde. In Spanien kämpfte Wallia so glücklich,daß von den Vandalen der silingische Stamm, der sich in Bätica nieder-gelassen hatte, vertilgt ward, die Alanen sich in schwachen Resten unterdie aftingischen Vandalen verloren und diese nebst den Sueven auf dienordwestlichen Theile des Landes, Galäcien und die anliegenden Gegen-den, beschränkt wurden. Darauf folgte im Jahre 419 die vertrags-mäßige Niederlassung der Gothen in Aquitanien und von dieser Zeitan bestand, von den Römern anerkannt, ein westgothisches Reich, dasvon der zu Wallia's Wohnsitz erhobenen Stadt Tolosa das tolosanischegenannt wird.

43. Die Stiftung eines germanischen Reiches auf römischem Boden,wie das gothische war und wie sich in der Folge noch andere bildeten,versetzte sowohl das angesiedelte Volk, als die ursprünglichen Bewohnerdes Landes in ganz neue Verhältnisse. Daraus mußten sich Gegensätze