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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren.

hatte, ihre Plünderungs- und Verheerungszüge fortzusetzen. Das dortVerlorene suchte nun Gerontius in Gallien wiederzugewinnen und imJahre 411 fiel zu Vienna Constans in seine Hände, worauf er sogleichdessen Vater in Arelate belagerte. Jetzt sandte Honorius, währendAthaulf noch in Italien war, den Illyrier Constantius, einen ächt römi-schen Feldherrn, mit einem Heere, das innerhalb der schon sehr verengtenNeichsgrenzen geworben war, zur Wiedereroberung Galliens aus, nach-dem er sich eine Hülfe, die Coustantinus gegen die Gothen angeboten,verbeten hatte. Gerontius floh nach Spanien zurück und fiel durchVerrath seiner Umgebung, die dadurch die Gunst des Siegers erkaufenwollte. Jetzt fiel Arelate in Constantius' Hände und Honorius ließ denihm zugesandten Coustantinus, der sich gegen Zusage des Lebens ergebenhatte, hinrichten. Jetzt wäre die römische Herrschaft in Gallien, soweitnicht Alemannen und Franken herrschten, hergestellt gewesen, hätten sichnicht durch zwei andere germanische Völker die Verhältnisse von Neuemverwickelt. Das elftere dieser Völker sind die Burgundioncn oderBurgunder, die einstens im nordöstlichsten Germanien gewohnt, sich all-mälig gegen Südwesten gezogen und zur Zeit des Rheinüberganges derVandalen, Alanen und Sueven den Strom bei der Mainmündungüberschritten hatten. In Germanien war eine Wirkung ihres Zugesein Zurückdrängen der Alemannen gegen Süden gewesen und als siesich auf der linken Seite des Rheines niederließen, erweiterte sich dasGebiet der Tranken, die im Norden durch die Ausbreitung der SachsenEinbuße erlitten, südwärts bis über die Gegenden des unteren Mains,indeß die Alemannen sich gleichfalls südwärts ausdehnten und das hel-vetische Land zu besetzen anfingen. Die Burgunder stellten nun imJahre 411 unter ihrem Könige Gundikar zu Moguntiacum in demrömischen Feldherrn Joviuus einen neuen Herrscher auf, wie es inItalien Manch mit Attalus gethan hatte. Dieser nahm seinen Sitz zuTreviri und dehnte seine Herrschaft südwärts bis in die Gegenden derRhone aus. Da erschien im Jahre 44 2 in Gallien das zweite dergermanischen Völker, die au der Umgestaltung der dortigen Verhältnissearbeiten sollten, die Gothen. Zuerst wollte Athaulf sich au Jovinus,dem ein Bruder, Sebastianus, als Mitregent zur Seite getreten war,anschließen. Als aber ein dem Geschlechte der Balthen tödtlich ver-feindeter Gothe, Sarus, der mit einer gothischen Schaar im Kriegegegen Constantinus unter Constantius gedient hatte, sich zu Jovinusüberzugehen anschickte, wandte gegen ihn Athaulf seine Waffen undvernichtete ihn, worauf er den Jovinus mittelst der Eroberung vonValentin an der Rhone bezwang.

42. Nun waren die Gothen der Feind, den die Römer im südlichenGallien zu bekämpfen hatten. Der Mangel, der sie in dem verwüsteten