Das römische Reich unter den Imperatoren.
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es trat nun ein verändertes Verhalten gegen das römische Reich ein.Mochte Alarich eine wirkliche Vernichtung des Reiches beabsichtigthaben, so war Athaulf überzeugt, daß es den Gothen an der Fähigkeitfehle, ein neues gesellschaftliches Gebäude an die Stelle des zertrüm-merten römischen Reiches zu setzen. Wie germanische Befehlshaber inrömischen Diensten, wenn sie sich empörten, nicht sich, sondern Römer,in deren Namen sie herrschen möchten, mit dem Purpur bekleideten,hatte auch Athaulf ein Bewußtsein von der geistigen Überlegenheit derRömer über die Germanen und von der Unmöglichkeit, die Bedingungeneines geordneten und gesicherten Lebens anders, als mit römischenMitteln, zu erfüllen. Zugleich stimmte ihn versöhnlich das Verlangen,sich mit Honorius' Schwester Placidia, die bei der Eroberung Nomsin die Hände der Gothen gefallen war, zu vermählen. Obgleich nunHonorius hierauf nicht eingehen wollte, fanden Unterhandlungen statt,welche den Gothen den Weg nach Gallien zeigten. Hier war durchdas Eindringen germanischer Völker und durch das Auftreten von Usur-patoren ein vcrzweiflungsvollcr Zustand eingetrctcn. Dieser Zustandversprach den Gothen Beschäftigung, für die sie als Lohn die Landstriche,die ihnen gelegen waren, in Besitz nehmen konnten. Ihrem Führereröffncte sich hier ein Schauplatz zur Ausführung des Planes, dieKräfte seines Volkes, die bisher zur Zerstörung des Reiches verwendetworden, jetzt als Stütze desselben zu gebrauchen. Honorius sah die seitlauge Italien ängstigenden Feinde sich entfernen, während er an dengallischen Landschaften, die sie einnehmen würden, nur etwas verlor, waser nicht mehr besaß und noch dazu hoffen konnte, verschiedene Feinde desReiches sich in Gallien ausrciben zu sehen.
41. In Gallien trat, kurz nachdem die Vandalen, Alanen undSucveu eingedrungen waren, ein in Britannien von seinen Truppenzum Herrscher auögcrufener Heerführer, Constantinus, gebietend auf,soweit die germanischen Völker ihm seine Herrschaft geltend zu machengestatteten. Zum Mittelpunkte seiner Herrschaft machte er, da Treviriden beständigen Ueberfällen der Franken ausgesetzt war, die im äußer-sten Süden gelegene Stadt Arelate und, während er von hier ausBritannien nicht zu behaupten vermochte, brachte er durch seinen SohnCoustans Spanien in seine Gewalt und richtete sein Augenmerk aufItalien. Doch Spanien ging ihm alsbald wieder verloren, da imJahre 409 der Comes Geroutiuö sich gegen ihn empörte und in derPerson eines gewissen Marimns zum Scheine einen Herrscher aufstellte.In dieser Zeit drangen die Vandalen, Alanen und Sncvcn, währendeinzelne Abheilungen von ihnen in verschiedenen Gegenden Gallienssitzen bfj-ben, zum Theile auch in römische Kriegsdienste traten, ein, umin diesem Lande, das seit Augustus' Zeiten sich ungestörter Ruhe erfreut