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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren. 69

beriefen Constantiuö und Constans im Jahre 347 eine Synode nach derihrer gemeinschaftlichen Gebietsgrenze nahe gelegenen Stadt Sardicain Dacien. Hier erschienen mehr abendländische als morgenländischeBischöfe und da im Abendlande der Arianismus überhaupt wenig Bodengewonnen hatte, sahen sich seine Anhänger in der Minderheit und son-derten sich von der Synode ab, um in dem benachbarten Philippopolisbesondere Beschlüsse für sich zu fassen, die eine vorübergehende Trennungder morgenländischcn von der abendländischen Kirche herbeiführtcn. DieAlleinherrschaft des Constantiuö gab der arianischen Sache solche Kraft,daß der Untergang des rechtgläubigen Bekenntnisses befürchtet wurde.Aber mit ihrer höchsten Macht begann ihr Verfall. Der Arianismusspaltete sich selbst wieder nach verschiedenen Auffassungen und unter denfolgenden Herrschern waren Valens und Valeutinianuö' Mutter Justin«die einzigen, die für ihn Partei nahmen. Dazu kam, daß die katholischeLehre auch nach dem Tode des großen Athanasius, der fünfmal vonseinem Stuhle vertrieben worden und fünfmal dahin zurückgekehrt war,noch große Vertheidiger in den drei Kappadociern Basilius dem Großen,Gregorius von Nyssa und Grcgorius von Nazianz hatte. Den letztenStoß gab dem Arianismus Theodosius durch das Gesetz vom Jahre

380, wonach als katholische Christen nur diejenigen, die in der Lehremit dem Papste Damasus übereinftimmten, anerkannt werden sollten,und durch die Berufung einer Synode nach Constantinopel im Jahre

381, welche das Symbolum von Nicäa bestätigte und, obgleich nurvon morgenländischen Bischöfen besucht, wegen der später erfolgten An-erkennung ihrer Beschlüsse durch die abendländische Kirche, als diezweite ökumenische gilt. Seitdem lebte der Arianismus, während er imReiche nur noch geringe Lcbenöregungen zeigte, hauptsächlich bei einemThcile der germanischen Völker fort. Die Westgothen in Mösien hattensich unter dem arianischen Valens schon um das Jahr 375 zu demArianismus in seiner milderen Form gewandt und ihr Bischof Ulfilas,der die heilige Schrift in ihre Sprache übersetzte, gehörte demselbenan. Von ihnen aus verbreitete sich die Lehre zu den Ostgothen, denAlanen, den Vandalen, den Sueveu. Zu dem Siege der Kirche überden Arianismus wirkte nächst den von der Kirche geführten geistigenWaffen die Thätigkeit des Theodosius dadurch mit, daß sie die Kirchevon den Hemmungen befreite, welche ihr unter früheren Beherrschernaus einer Einmischung der Staatsgewalt in geistliche Angelegenheitenerwachsen waren. Der durch Coustautin erlangte Vorzug, die alleinanerkannte und geschützte Neligionögenossenschaft zu sein, hatte die Kircheeinen Theil der Unabhängigkeit gekostet, deren sie sich im heidnischenStaate ungeachtet des Druckes und der Verfolgung erfreut hatte.Seitdem der Staat ein christlicher geworden, lag für dessen Oberhaupt