gtz Das römische Reich unter den Imperatoren.
Franken und, als Eugenins gefangen genommen und hingerichtet war,ArbogasteS sich auf der Flucht getödtet hatte, war das römische Reichfür den Nest von Theodosius' Lebenszeit noch einmal und zwar zumletzten Male vereinigt.
37. Die Regierungszeit des Theodosius ist am bedeutendsten durchdie entscheidenden Schritte, mittelst deren er die Auflösung des Heiden-thums beschleunigte und im Bereiche des Christenthums zur Beseitigungentstandener Störungen wirkte. Nachdem die auf Julianus folgendenHerrscher, welche sämmtlich Christen waren, sich dem sinkenden Heiden-thumc gegenüber duldend verhalten hatten, war schon durch Gratianusder Anfang gemacht worden, demselben die öffentliche Anerkennung zuentziehen. Aus der Curie zu Rom war das Bild der Siegesgöttin ver-schwunden und die Vorrechte und Einkünfte der Priester und der Tempelhatten aufgehört. Von Theodosius wurde der Götterdienst mit allendazu gehörigen Gebräuchen förmlich verboten und für die heidnischenTempel Zerstörung oder Verwandlung in christliche Kirchen zugelasscn.So verschwand das längst in sich zusammengesunkene Heidenthum baldaus dem öffentlichen Leben und zog sich mit seinem Götterdienst aus denStädten auf das Land zurück, woher der Name Paganen oder Dorf-bewohner gleichbedeutend mit dem Namen Heiden wurde. Wie Theo-dosius dem besiegten Heidenthume den Todesstoß gab, verhalf er derKirche auch zum Siege über den Arianismus, der seit Constantinus'Tode, von Machthabern unterstützt, einen Kampf der Gewalt geführthatte, um sein Bekenntniß an die Stelle des rechtgläubigen zu setzen.Nach Constantinus' Tode waren zwar die verbannten Bischöfe auf ihreSitze zurückberufen worden, aber bald war die Partei der Arianer andem Hofe zu Constantinopel wieder so erstarkt, daß ihnen der Schutzdes Constantius zu Theil ward. Nächster Gegenstand ihres Angriffesmußte Athanasius sein, der abermals vertrieben ward. Es knüpftensich daran in Aegypten blutige Verfolgungen der rechtgläubig Gesinnten,da der widerrechtlich auf den Stuhl des Athanasius erhobene arianischeBischof seine Anerkennung zu erzwingen suchte. Der römische Stuhl,dessen Beruf, die Einheit in Leben und Glauben der Kirche zu wahren,bei fortwährender Ausbreitung des Christenthums und Verwickelung derkirchlichen Verhältnisse sich immer mehr zu bethätigen hatte, war schonvorher von rechtgläubigen und arianischen Bischöfen gleichzeitig umEntscheidung angegangen. Es war aber vergebens gewesen, daß PapstJulius gegen die Arianer entschieden hatte. Nachdem noch mehrereBischöfe durch die Arianer von ihren Sitzen vertrieben worden und aufeiner zu Nom gehaltenen Synode für unschuldig erklärt worden warenund die Versuche einer arianischen Synode zu Antiochien, den Lehrbe-griff näher zu bestimmen, der kirchlichen Lehre nicht entsprochen hatte,