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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren. gz

kriege um, nachdem er jenseits des Tigris bei Ktesiphon gesiegt undmit mehr Heldenmuth als Klugheit vor dem weiteren Eindringen indas Innere seine Schiffe verbrannt hatte. Das Heer erhob den Be^fehlshaber der von Constantinns zum Dienste in der Nähe des Herr-schers bestimmten Haustruppen, Jovianus, zum Nachfolger des Gefallenen.Dieser mußte den Rückzug über den Tigris dadurch erkaufen, daß ernicht allein die unter Dioclctianus gewonnenen Landschaften jenseits desTigris, sondern auch einen Theil Mesopotamiens mit der festen StadtNisibis, die schon oft als Bollwerk gegen die Feinde gedient hatte, ab-trat. Als eifriger Christ befreite der neue Herrscher die Christen vonden ihnen durch Jnlianus angelegten Fesseln. Nachdem er noch imJahre 364 in Galatien von plötzlichem Tode ereilt worden war,erwählte das Heer in Nicäa an seine Stelle den abwesenden, zwarrohen, aber kricgstüchtigen und gerechten Pannonier Valentinianus, dersich auf die drei westlichen Präfecturen beschränkte und seinen Wohnsitzin Mediolanum nahm, der östlichsten Präfectur aber in seinem Bruder,dem schlaffen Valens, einen besonder» Herrscher gab.

34. Die Rcgierungözcit der beiden Brüder war eine sehr entschei-dende für das Verhältniß des Reiches gegen seine Grenznachbarn. ImWesten wurden die Grenzen des Reiches behauptet und die eingebro-chenen Völker aus den Provinzen Hinausgetrieben. Die kalcdonischenStämme der Pikten und Skoten, von denen der letztere dem Lande Ka-lcdonien in der Folge den Namen Schottland gab, wurden nicht alleinan ferneren Verheerungszügen in die Provinz Britannien gehindert,sondern die Grenzen mittelst Errichtung der Provinz Valentia wiederweiter nach Norden gerückt. Plündernde Sachsen erlitten an den galli-schen Küsten eine Niederlage. Der Krieg gegen die Alemannen führteden Herrscher, nachdem sie im Jahre 366 durch seinen Feldherrn Jo-vinus im Gebiete der an der Matrona wohnenden Catalaunen besiegtworden waren und im Jahre 368 Moguntiacum geplündert hatten, überden Rhein zu siegreichen Kämpfen. Ebenso gelang ihm die Zurückwer-fung von Sarmaten und Quaden über die Donau. Es war aber dasletzte Mal, daß an diesen Grenzen den römischen Waffen solche Erfolgewurden und Valentinianus ist der letzte Imperator, der über den Rheinund die Donau vorgedrungen ist. Nachdem er im Jahre 375 währenddes Krieges mit den Quaden in Pannonien bei einer Unterredung mitihren Gesandten an einem Schlagflusse gestorben war, folgte ihm seinschon in früher Jugend zum Auguftus ernannter Sohn Gratianus, einHerrscher, welcher bei großer Tüchtigkeit im fortgesetzten Kampfe mitden Alemannen das innere Germanien nicht mehr erreichte und nachwelchem kein Imperator mehr an der Rheingrenze stritt. Ereignisse,welche im Rücken der germanischen und sarmatischen Völker vorgingen,