tzy Das römische Reich unter den Imperatoren.
dem Christenthum in Widerspruch setzte. Die äußere Stellung derKirche zog bald auch die Staatsgewalt in den Streit und diese er-schwerte die Entscheidung des Kampfes durch eine Betheiligung, zuwelcher es ihr an Beruf und Fähigkeit fehlte. Nachdem im Jahre 321eine von hundert Bischöfen besuchte Synode zu Alexandrien den Urheberder Irrlehre von der Kirche ausgeschlossen hatte, nahm sich Constantinus,der im Jahre 324 Alleinherrscher geworden, in Fürsorge für die Ein-tracht der Kirche dieser Sache au und berief im Jahre 325 eine Ver-sammlung von Bischöfen des Reiches nach Nicäa in Bithynien. DieseSynode, welche wegen der Menge der teilnehmenden Bischöfe eineökumenische oder allgemeine genannt wird und bei welcher der hochbetagtePapst Sylvester sich durch zwei Priester vertreten ließ, zählte unter 318meist dem Morgenlande angehörigen Bischöfen nur 22, welche sich derIrrlehre zuneigtcn; sie stellte eine Bekenntnißschrift oder ein Symbolumauf, welches die von Anus bestrittene Lehre aufs Schärfste ausprägteund, da Constantinus die nicht Betretenden mit Absetzung und Ver-bannung bedrohte, mit Ausnahme von Anus und zwei ägyptischenBischöfen von Allen unterzeichnet wurde. Doch die von Arius ver-tretene Meinung war zu verbreitet, als daß hiermit die Sache hättebeendigt sein können. Selbst Constantinus, der in der Sache nicht klarsah, ließ sich bald bereden, den Streit für ein Spiel von Spitzfindig-keiten zu halten, rief den nach Jllyrien verbannten Arius zurück undgab sich zufrieden, als dieser ihm ein sehr allgemein abgefaßtes und durchAnnäherung an die kirchliche Lehre den Jrrthum versteckendes Bekennt-niß überreichte. Jetzt gewann Arius eine Partei am Hofe, die seineWiederaufnahme in die Kirche und Wiedereinsetzung in sein Amt betrieb.Für die nächste Zeit wurde nun Athanasius, der seit dem Jahre 326Bischof von Alexandrien war, durch Klarheit, Scharfsinn, Festigkeit undunermüdliche Thätigkeit der Vorkämpfer der kirchlichen Lehre gegen dieVerbreiter, Anhänger und Beschützer des Jrrthums, der noch auf einelauge Zeit den Frieden der Kirche störte und Viele, indem er ihnen denGlauben an den göttlichen Mittler raubte, Gott dem Herrn entfremdete.Die Partei der Arianer fand auch nach dem im Jahre 336 erfolgtenTode ihres Stifters so viel Schutz am Hofe, daß man den rechtgläu-bigen Bischöfen ihr Festhalten an der Lehre der Kirche als unnützeStreitsucht auslegte und viele von ihnen von ihren Sitzen verbannte,wie denn auch Athanasius nach Treviri in die Verbannung wandernmußte.
32. Constantinus glaubte, die von ihm durch die Waffen hergestellteNeichseinheit werde sich nach ihm nicht erhalten können. Schon vorseinem Tode war bestimmt, daß von seinen drei Söhnen Constantinusdie gallische, Conftantius die orientalische und Constans die italische