Das römische Reich unter den Imperatoren.
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durch Herleitung aus einer Grundlehre zu einer Einheit verknüpft ge-wesen waren, bildete sich in dieser Richtung eine bestimmte philosophischeSchule. Diese wurde gegen Ende des zweiten Jahrhunderts in Alexan-drien, wo schon das Judenthum in eine bedenkliche Berührung mit derheidnischen Philosophie gerathen war, durch Ammonius Sakkas begründetund verpflanzte ihre Lehre in der Mitte des dritten durch Plotinuö nachNom. Diese Schule, die neuplatonische genannt, mußte, ungeachtet einergewissen Annäherung an das Christenthnm, dessen Feindin sein, da siediesem die Gefahr brachte, sich durch theilweises Eingehen auf einzelneverwandte Auffassungen zu verfälschen. Selbst der große KirchenlehrerOrigenes, der in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts zu Alexan-drien lebte, hatte sich, obgleich er sich dem Ansehn der Kirche unterwarf,zu einer Zeit, wo die Kirche sich noch nicht über alle Dogmen entschei-dend ausgesprochen, durch das Bemühen, mit wissenschaftlichen Mittelnzu kämpfen, zu unvorsichtigen Bezeichnungen verleiten lassen. Gegendiese Gefahren hatte die Kirche besonders in der griechischen Hälfte desReiches sich zu vertheidigen, während die lateinischen Kirchenlehrer oderKirchenväter dieser Zeit, von denen die beiden Afrikaner Tertullianusum den Anfang und Cpprianus um die Mitte des dritten Jahrhundertsdie bedeutendsten sind, sich mehr ans dem Boden praktischer Durchfüh-rung der Hcilslehre bewegten.
31. Eine viel größere Gefahr als die neuplatonische Lehre bereitetedem Christenthum eine innerhalb seines Bereiches entsprungene Häresie,welche den Streit über das Grunddogma von der heiligen Dreieinigkeitin alle Länder und unter alle Klassen der Menschen verbreitete. Nach-dem schon andere Häresieen die Selbstentfaltung Gottes in drei Per-sönlichkeiten geläugnet hatten, trat eine Lehre auf, welche, auf denpersönlichen Unterschied des Sohnes vom Vater sich stützend, auch eineWesensverschiedenheit beider behauptete. Es war auch hier ursprünglichder philosophische Sinn der Griechen, welcher in dem Bestreben, sichdas Dogma verständlich zu machen, dasselbe verändern wollte. Nach-dem der Keim des Jrrthums schon von Andern ausgestreut worden,brachte der gelehrte und gewandte Priester Anus zu Alexandrien den-selben zur Entwicklung und trat im Jahre 313 mit einer Lehre auf,wodurch die Gottheit Christi angetastet und somit das Christenthum inseinem innersten Wesen angegriffen wurde. Je mehrere es gab, inwelchen, obgleich sie sich zum Christenthume bekannten, das Heidenthumnoch nicht ganz ausgelöscht war, desto annehmbarer wurde eine Lehre,welche das Aufgebcn früherer Meinungen nur in einem viel geringerenMaße forderte und je mehrere sich in der Folge bei der dem Christen-thum gewordenen äußeren Stellung, demselben aus äußerlichen Beweg-gründen anschlossen, desto mehr Anhang fand eine Lehre, die sich mit