Das römische Reich unter den Imperatoren.
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dieselbe Zeit trat mit Constantinus Sieg über Marentius die entschei-dende Wendung ein, welche nach der größten Gescchr die Rettungbrachte. Constantinus statte von seinem Vater eine Vorliebe sür dieChristen geerbt, vermöge deren cs istm leicht wurde, zu erkennen, daßdem Cstristentstume die Zukunft gehöre und an seine Herrschaft dieWohlfahrt der Welt geknüpft sei. Der Wendepunkt in seiner Gesinnungtrat ein, als ihm vor dem letzten Kampfe mit Marentius am Himmelein Kreuz mit der Verheißung des Sieges erschien. Im folgendenJahre erklärte er in Verbindung mit Licinius die Duldung aller Reli-gionen, worauf wahrend der Zusammenkunft zu Mailand die Zusicherungfreier Ausübung ihrer Religion für die Christen erfolgte. Eine Reihevon Gesetzen diente dazu, dem Christenthum eine gesicherte Stellung zugeben. Es wurde den Geistlichen die Verpflichtung zu Uebernahme vonGemeindeämtern abgcnommen, ihre Befreiung von persönlichen Abgabenausgesprochen, den Bischöfen eine richterliche Gewalt über die Geist-lichen zuerkannt, ein Strafgesetz gegen die Ehelosen zu Gunsten derPriester aufgehoben, den Kirchen die Annahme von Schenkungen undVermächtnissen erlaubt, die Feier des Sonntags geboten, Kirchen undGeistlichen Unterstützung gewährt und manche Kirche erbaut. DieseGesetze erhielten seit dem Sturze des Licinius, der in der Furcht vorConstantinus einen Rückhalt an dem Heidcnthume gesucht hatte, Geltungfür das gesummte Reich, das in dem neuen Nom eine christliche Haupt-stadt im Gegensätze zu dem heidnischen alten Rom erhielt. SeineFörderung des Christenthums bewies Constantinus auch darin, daß erdie einflußreichsten Aemtcr mit Christen besetzte und durch manche An-ordnungen das Heidcnthum aus dem öffentlichen Leben zu verdrängensuchte. Ungeachtet dieses Eifers blieb Constantinus selbst außerhalbder Kirche, bis er kurz vor seinem Tode im Jahre 337 zu Nikomedia,wo er unter Rüstungen für einen persischen Krieg erkrankt war, dieTaufe empfing. Wollte man hieraus, sowie aus unchristlichen Hand-lungen seines Lebens, dergleichen die Hinrichtung seines Sohnes Cris-pus, seiner Gemahlin Fausta und seines Neffen Licinius im Jahre 326während des Aufenthaltes zu Nom war, den Schluß ziehen, daßweniger eine christliche Gesinnung als Staatskunst die Schritte desConstantinus zu Gunsten des Christenthums geleitet, so müßte manwenigstens erkennen, daß nie die Staatskunst ein gleich großes, ein mitdem Wohle der Menschheit in gleich naher Verbindung stehendes Werkvollbracht hat. Rasch gewann jetzt das Christenthum größere Ausdehnungund festeren Bestand. Im römischen Reiche zur Anerkennung gelangt,konnte es leicht seinen Siegeslauf durch die Welt beginnen, indem diechristliche Lehre in benachbarte Länder, wohin römischer Einfluß reichte,sich verbreitete und die christliche Kirche ihre Einrichtungen ausbildete.