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Das römische Reich unter den Imperatoren.
Herrschern die Verfolgungen, obgleich nicht durch neue Befehle angeregt,nicht ganz aufgchört hatten, suchte Valerianus die Bischöfe von ihrenGemeinden zu trennen und verordnete, da dies nicht gelang, die Hin-richtung aller Bischöfe, Priester und Diakonen. Sein Sohn Gallienusstellte die Verfolgung ein und Aurelianus starb zu bald, um seine gegendie Christen gegebenen Befehle zur Ausführung bringen, zu können.Bald begann aber unter Diocletianus, den Galerius dazu bewog, dieletzte, aber alle früheren an Stärke übertreffende Verfolgung, die nurin dem westlichsten Reichsthcile durch Constantius gehemmt wurde, inden übrigen aber einen solchen Fortgang hatte, daß öffentliche Inschriftender Herrscher die erfolgte Vertilgung des Christeuthums verkündeten.Wie ernst es mit der Maßregel, die zur Erneuerung des römischenReiches beitragen sollte, gemeint war, zeigt außer der erfinderischenGrausamkeit auch der Umstand, daß man die Christen zum Ausliefernder heiligen Schriften zu zwingen suchte. Die Verfolgungen des drittenJahrhunderts haben das Einsiedlerleben hervorgebracht. DasjenigeLeben, das sich um der eignen Vervollkommnung willen der Berührung mitder Welt entzieht und die Frömmigkeit durch fortgesetzte Uebung stärkt,das ascetische Leben, ist naturgemäß auf die Einsamkeit hingewiesen.Als nun die Verfolgungen Viele zur Flucht in Einöden und Wüstenveranlaßt hatten, gewannen sie das dortige Leben so lieb, daß sie auchbei gegebener Möglichkeit der Rückkehr da verblieben, wo sie die Ent-behrung Alles dessen, was zum Leben nicht notwendig ist, dem Heileihrer Seele zuträglich gefunden hatten. So entstanden gleich nach derMitte des dritten Jahrhunderts die ersten Einsiedler, auch Anachoreten,Eremiten, Mönche genannt, in Aegypten, theils in der Landschaft The-bens, theils in den felsigen Gegenden am rothen Meere, dort demPaulus, hier dem Antonius als Vorbildern folgend. Aus dem Lebender Einsiedler entwickelte sich dann in der Folge das Klofterleben, seitunter Constantinus der heilige Pachomius in der Thebais eine Genossen-schaft von Einsiedlern, ein Kloster oder Cönobium, gestiftet und demselbeneine bestimmte Lebensregel vorgeschrieben hatte. Zu den aus Pacho-mius' Anordnungen auf alle späteren Genossenschaften dieser Art über-gegangenen Grundsätzen gehört insbesondere die Unterordnung derGenossen unter ein Haupt, das man den Abt oder Archimandritennannte. War das Einsiedlerleben eine aus dem Christenthume not-wendig erwachsene Erscheinung, so war es die Verbindung von Ein-siedlern nicht minder, da sie das Einsiedlerleben auch in bewohntenGegenden möglich machte, seinen Grundsätzen Halt und Bestand gabund den in ihm liegenden Gefahren wehrte. Die Verfolgungen ließennach, als Galerius in den Qualen seiner Krankheit die blutigen Gesetzezurücknahm, und nur von Mariminus Daza wurden sie noch fortgesetzt. Um