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Das römische Reich unter den Imperatoren.
aufwiegelte. Ehe dies jedoch geschah, war schon Vitellins, der Befehls-haber der niederrheinischen Truppen, zum Kampfe gegen Galba anfgc-brochen und die Nachricht von dessen Sturz änderte nichts an seinemPlane. Eine Schlacht bei Bedriacum zwischen Verona und Cremonaentschied gegen Otho und das Reich erhielt in Vitellins einen Herrscher,der durch grenzenlose Hingebung an das in Nom herrschende Laster derGefräßigkeit verächtlich wurde. Seine Herrschaft bedrohte alsbald derAufstand der Legionen in Pannonien, Mosten und Syrien. In Syrienward der mit Bekämpfung der aufständischen Juden beschäftigte TitusFlavins Vespastanus zum Herrscher ausgerufen und für ihn erklärte sichAntonius Primus an der Spitze der pannonischen und mösischen Legio-nen. Der Kampf entschied sich zu Vespastanus' Gunsten ohne seinepersönliche Mitwirkung. Ehe er in Italien erschien, waren noch imJahre 69 durch Antonius Primus die Truppen des Vitellins bei Cre-mona geschlagen und Nom erstürmt. Lauge noch dauerte ein regelloserZustand fort, bis Vespastanus erschien.
4. Vespastanus stammte aus der sabinischen Stadt Nursia undbrachte zur Beherrschung des Reiches Einfachheit und Strenge mit, daer nicht in der Ueppigkeit Noms ausgewachsen war. Mit seiner Ne-gierung beginnt daher eine Verbesserung der Negierung. Die Hoch-verrathsgerichte, die einer Schaar von Angebern Beschäftigung gelieferthatten, wurden abgeschafft und so ein Schritt zu größerer Gesetzlichkeitin Ausübung der Herrschergewalt gcthan. Zugleich halfen Herstellungder Zucht unter den Truppen und Einführung von Sparsamkeit undStrenge in der Verwaltung eine bessere Ordnung begründen. In zweiProvinzen gelang die Unterdrückung von Aufständen, die nicht von dendortigen Legionen erregt waren, sondern von dem Verlangen der Völkernach Herstellung ihrer Selbstständigkeit herrührten. Der eine dieserAufstände war von den Germanen ausgegangen und hatte sich überGallien verbreitet. Zur Zeit, da Rom von einem römischen Heere er-stürmt worden war, schien den Batavern, die jüngst durch harte Be-handlung erbittert worden, der Augenblick gekommen, sich zu befreienund die Freiheit durch Erregung der in Gallien wohnenden Völker zusichern. Claudius Civilis leitete die Unternehmung und brachte ostwärtseigentlich germanische Völker, südwärts die gallischen Germanen unddie Gallier in Waffen. Unter den Germanen wirkte die im Lande derBrukterer in einsamem Thurme wohnende Seherin Velleda durch Weis-sagungen und Rathschläge für die Zwecke des Civilis, und in Gallien,wo der Priesterstand, die Druiden, den Aufstand förderte, begann sichdurch Verbindung vieler Stämme schon ein gallisches Reich zu bilden,an dessen Spitze Julius Sabinus trat, ohne die Bataver zum Anschlüssean dasselbe vermögen zu können. Da die Sequaner den Römern treu