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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren.

sie ihn und sicherte durch die Prätorianer dem Nero die Herrschaft.Von ihm konnte das Reich bessere Zeiten erwarten, weil er sich derLeitung seiner Erzieher, des stoischen Philosophen Scneca und des diePrätorianer befehligenden Burrus, hingab. Doch die Ausschweifungender frühen Jugend hatten ihn bereits so verdorben, daß andere Einflüsseleicht die Oberhand gewannen. Da durch seinen Verkehr mit lasterhaf-ten Genossen auch Agrippina ihr Anschn bedroht glaubte, zerfiel sie mitihm und zog dadurch dem Britanniens, der nun für Nero furchtbarwurde, den Tod durch Vergiftung zu. Sie selbst aber wurde ein Opferder Grausamkeit ihres Sohnes, als dieser, obgleich er von Claudiusmit dessen Tochter Octavia vermählt worden, die Poppäa zur Gemah-lin verlangte und durch diese von Schandthat zu Schandthat fortgcrisscnwurde. Seine Lasterhaftigkeit brachte ihn in einen Zustand von Verrückt-heit, indem die innere Unruhe durch immer neue Mittel beschwichtigtsein wollte. Diesem Zustand wird es zugeschricben, daß er Rom an-zünden ließ, um sich an dem Schauspiele des Brandes zu weiden. DieSchuld dieses Frevels wälzte er auf die damals schon in Rom zahlreichgewordenen Christen. Ohne Zweifel benutzte Nero hierbei eine unterden Römern verbreitete Stimmung, die den Christen ungünstig war.Ihre Lehre hatte sie im häuslichen und öffentlichen Leben in einen Ge-gensatz zu herrschenden Sitten und Gebräuchen gebracht und ihre Ver-breitung verletzte den Vortheil Aller, die für den Götterdienst und diedamit verbundenen Lustbarkeiten arbeiteten. So war das Volk leichtgegen die Christen aufzuregen und dieselben wurden, wenigstens in derStadt Rom, vier Jahre lang (64 68) verfolgt und viele von ihnenunter grausamen Qualen getödtet. Die enge Verbindung, in welcherder Göttcrdienst mit dem Staatswesen stand, ließ die Bildung der christ-lichen Gemeinde als eine die öffentliche Wohlfahrt gefährdende Absonde-rung erscheinen und der schweigende Vorwurf, den das Leben der Chri-sten gegen die herrschende Sittenlosigkcit bildete, waffnete die Verfolgermit um so stärkerer Wuth. Tiberius soll auf die Kunde von dem Lebenund Tode des Heilandes denselben unter die Götter Noms haben auf-nchmen wollen, wie es von jeher römische Sitte gewesen war, dieGötter unterworfener Völker zum Gegenstände der öffentlichen Verehrungzu machen, indem so die Unterwürfigkeit der Besiegten gesichert zu seinschien. Schon unter Claudius aber scheint die Aufregung gegen dieChristen losgebrochen zu sein. Denn die Nachricht, daß die Judenwegen eines unter Christus erhobenen Tumultes aus Nom vertriebenworden seien, ist daraus zu erklären, daß die Christen, wie ein großerTheil von ihnen zu den Nachkommen der schon lange, namentlich seitPompejuö' Zeit, in Rom ansässigen Juden gehörte, auch als eine Klasseder Juden angesehen wurden, und daß die Kunde von Christus, den sie