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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren. 19

zeit zu geschlossenen Körperschaften erwuchsen, sich die schon zu Tiberius'Zeit in Pannonien und am Rhein vorgckommcnen Versuche wiederholen.Unter den drei auf Tiberius folgenden Herrschern, die, wenn man dieAdoptiousvcrhältniffe berücksichtigt, noch zn der Familie Cäsars gehören,schritt das innere Verderben so fort, daß das Reich vor der Auflösungnur durch bessere Nachfolger bewahrt werden konnte. Casus Cäsar(3741), Sohn von Germanicus und Agrippa'S ältester TochterAgrippina, von den Soldaten, unter denen er ausgewachsen war, nachseiner Fußbekleidung Calignla genannt, den ein Testament des Tiberiuszur Nachfolge bestimmt hatte, erschöpfte die Greuel der Lasterhaftigkeitund den Unsinn der Verschwendung, bis eine Verschwörung unter denBefehlshabern der Prätorianer seinem Leben ein Ende machte. Wäh-rend der Senat an Herstellung der Republik dachte, zogen die Präto-rianer den im Palastc verborgenen Tiberius Claudius Cäsar, einenBruder dcS Germanicus, hervor und riefen ihn als Herrscher aus.Eine Uebergabe der Macht Seitens des Senates, wie sie schon beidem Vorgänger unterblieben war, fand nicht Statt, aber die Prätoria-ner erhielten ein Geschenk, das nun für den Herrscherwechsel Sittewurde. Die neue Regierung (41 54) setzte die Greuel der vorigenfort, da der Herrscher bei furchtsamem Gemüthe und einer an Blödsinngrenzenden Geistesschwäche das Werkzeug der schlechtesten Menschenwurde. Am verderblichsten wirkte seine dritte Frau, die zur tiefstenweiblichen Entartung herabgesunkcne Messalina. Sklaven und Frei-gelassene waren die Vertrauten des Herrschers und Ln unersättlicherHabsucht plünderten sie durch ihn das Reich. Indessen erweiterten sichdie römischen Grenzen nach zwei Seiten. In Afrika erfolgte die schonunter Calignla begonnene Verwandlung Mauretaniens in eine Provinz.In Britannien, das seit Cäsars Zeit von den Römern nicht berührtworden war, begann aus Anlaß innerer Zwistigkeiten, die man vonrömischer Seite benutzte, eine von Süden nach Norden fortschreitendeEroberung durch Feldzüge, an welchen sich auch Claudius selbst betei-ligte und um derentwillen sein und der Messalina Sohn den Name»Britanniens erhielt.

2. Die Herrschaft ging nicht auf Claudius' Sohn, sondern aufeinen adoptirten Stiefsohn über. Messalina war nach schändlichem Lebenendlich auf Befehl des durch ihre Frechheit gefährdeten Gatten hingc-richtet worden und derselbe hatte sich mit Germanicus' Tochter Agrip-pina vermählt, die von ihrem früheren Gatten Domitiuö Ahenvbarbuöeinen Sohn, den Domitius Nero, hatte. Diese wußte den eignen Sohnbei dem schwachen Claudius in die Stelle des Britanniens zu bringen,und als ihre Nichtswürdigkeit dem Gatten klar wurde und eine Maß-regel zu Gunsten des verdrängten Sohnes zu befürchten war, vergiftete

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