lg Gang und Gliederung der christlichen Geschichte.
Kampfe gegen die Kirche und zeigte sich schon während desselben aufdein der Kirche entrissenen Gebiete wirksam eine veränderte Ansicht vondem Verhältnisse der staatlichen Gewalt und von den wechselseitigenRechten und Pflichten der Herrschenden und der Beherrschten. DieFolge davon war, daß in das Leben der Staaten eine neue bewegendeKraft eingeführt wurde, von welcher oft zerstörende Wirkungen aus-gingen und gegen welche das StaatSwesen fortwährend sich zu verteidi-gen hatte. Die Zeit, da die Kirchcntrcnnung vor sich ging und eineReihe von staatlichen Ereignissen nach sich zog, reicht bis über die Mittedes siebzehnten Jahrhunderts hinaus. Sind ihre Wirkungen um dieseZeit auch nicht abgeschlossen, zeigt sie sich vielmehr durch die ganze neueZeit auf dem staatlichen Gebiete wirksam, so kann doch in sofern, alsum jene Zeit das neue Kirchenthum seine Eroberungen im Großen be-schließt, jener erste Theil der neuen Zeit der Zeitraum der Kirchentrcn-nung heißen. Diesem Abschnitte hat aber ein Abschnitt über die Ge-schichte der großen Entdeckungen, welche die neue Zeit eröffnen und auswelchen sich die in einem späteren Zeiträume vorzugsweise wirksamenVerhältnisse entwickeln, vorherzugehen; neben diesem her läuft ein Ab-schnitt von den durch die Verhältnisse Italiens, Deutschlands, Frank-reichs und Spaniens eingeleitetcn Kämpfen um den Besitz von Italien,durch welche die im vorhergehenden Zeitraum auf die Lösung alter Ver-hältnisse gerichteten Bemühungen recht ihr Ergebniß an den Tag stellen.Der Abschnitt von der Kirchentrennung selbst zerfällt dann, da die großeAusdehnung, welche die Ereignisse haben, eine Einteilung in vieleneben einander liegende Gruppen nicht erfordert und nicht begünstigt,in drei der Zeit nach auf einander folgende Abschnitte, die sich nachKaiser Karl dem Fünften, nach König Philipp und Königin Elisabeth,nach dein dreißigjährigen Krieg benennen lassen. Von ihnen umfaßtder erste die Begebenheiten Deutschlands einerseits und der übrigenbei der Kirchentrennung betheiligten Länder anderseits als zwei, derzweite die Geschichte der Kircheutrennung und der durch sie hervorgeru-seuen Ereignisse in der spanischen Monarchie, in Frankreich und in Eng-land als drei, der dritte die Geschichte des dreißigjährigen Krieges nebstder damit zusammenhängenden Entstehung des französischen Uebergewichtsund die Umwälzung Englands als zwei neben einander liegende Grup-pen. Seitdem das Uebergewicht Frankreichs sich gebildet hat, stehen dieGeschicke sämmtlicher Staaten Europa's in einer solchen Verflechtung,daß die Erzählung der Hauptbegebenheiten sich nicht mehr nach denLändern zu verzweigen braucht, sondern dieselben, indem sie an geeig-neter Stelle das, was seitwärts liegen geblieben ist, episodisch nachholt,auf einander folgen lassen kann. Während an die Kirchentrennung sichdie Ausbildung Frankreichs zu der überwiegenden Macht in Europa